Träger des Aachener Friedenspreises 1993
Alle Wehrpflichtigen kennen die Grundlage, auf welcher die Kriegsdienstverweigerung basiert: auf die Gewissensfreiheit, garantiert in Artikel 4,3 GG.
Es sind aber nicht nur die jungen Männer wehrpflichtig. Wir alle sind wehrpflichtig, indem wir für Rüstung, Militär und Krieg zahlen müssen, lebenslang. Von unseren Steuergeldern gehen mehr als 10% in den ‚Verteidigungs’-Haushalt. Wenn wir aus Gewissensgründen die Zahlung von Militärsteuern verweigern, und uns dabei auf Art. 4,1 und 4,3 GG berufen, wird dies vor Gericht bis jetzt nicht anerkannt.
Theorie & Praxis
Mahatma Gandhi: “Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Frieden ist der Weg“
Gedanken zur Aktualität Gandhis anlässlich seines 60. Todestages am 30. Januar 2008
von Michael Schmid
Am 30. Januar 2008 ist es genau 60 Jahre her, seit der große indische Praktiker und Theoretiker der Gewaltfreiheit, Mohandas K. Gandhi, von einem Hindu-Fundamentalisten mit drei Revolverschüssen ermordet worden ist. Damit wurde dem Leben einer der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ein Ende gesetzt. Unter Gandhis Führung beteiligten sich Millionen von Menschen am Freiheitskampf gegen die britische Kolonialherrschaft – und der größten Befreiungsbewegung des 20. Jahrhunderts gelang es, ohne Gewaltanwendung das koloniale Joch abzuschütteln. Zweifellos hat keiner mehr als Gandhi mit seinen Kampagnen der Nichtzusammenarbeit und des bürgerlichen Ungehorsams zum endgültigen Zusammenbruch des Britischen Weltreiches beigetragen.
Mobil machen gegen den Krieg

Bernd Drücke im Gespräch mit der ZivilCourage zu den Aufgaben alternativer Medien
ZivilCourage: Bernd, die GWR ist wohl eine der ältesten bundesweit erscheinenden Alternativzeitungen. Was könnt ihr mit einer Auflage von 3500-6500 Exemplaren überhaupt bewegen?
Bernd Drücke: Wir erreichen vor allem Bewegungsaktive aus der Friedens- und der Anti-AKW-Bewegung. Die werden dadurch motiviert und zu Aktionen angeregt. Und deshalb bewegt die Zeitung eine ganze Menge. Viele Menschen werden erst durch solche Zeitungen politisiert.
Gottloser Pazifismus
Der unter dem Titel „Kriegsdienste verweigern – Pazifismus aktuell“ im Oppo-Verlag erschienene Band dokumentiert „libertäre und humanistische Positionen“ mit der Absicht, die Verbindung von Pazifismus und Humanismus (womit in diesem Zusammenhang freidenkerische, atheistische und agnostische Positionen gemeint sind) zu fördern.
Das Buch ist durch eine zweifache Frontstellung gekennzeichnet: Einmal gegen die Dominanz religiöser Argumentationsweisen in den Friedensbewegungen, dann gegen die oft „realsozialistisch“ geprägten etatistischen und schon deshalb nicht pazifistischen Motive von Freidenkerverbänden. Das Gewaltpotential alter und neuer Religionen wird hervorgehoben, auch wenn zugestanden wird, dass in aller Welt viele antimilitaristische und gegen Gewalt sich wendende Bewegungen religiös inspiriert sind (S. 24).
Broschüre: Gegen Krieg und Diktatur in Äthiopien
Connection e.V.informiert über die Neuerscheinung der Broschüre „Gegen Krieg und Diktatur in Äthiopien“ die durch die Bertha von Suttner Stiftung der DFG-VK gefördert wurde.
Die Broschüre „Gegen Krieg und Diktatur in Äthiopien“ entstand in Zusammenarbeit von Connection e.V. und einer Gruppe von äthiopischen Flüchtlingen, die sich Anfang des Jahres 2007 als Ethiopian War Resisters‘ International (EWRI) zusammengeschlossen haben.
Allgemeine Hintergrundinformationen zu Äthiopien werden in der Broschüre ergänzt durch spezielle Beiträge zur politischen und militärischen Rolle Äthiopiens am Horn von Afrika. Verschiedene Berichte zeigen die Situation auf den Kriegsschauplätzen im Ogaden und Somalia und wie die USA die äthiopische Regierung im Rahmen des „Krieges gegen den Terror“ unterstützt. Beiträge von Menschenrechtsorganisationen geben einen Einblick in die Lage der Bevölkerung. Zudem schildern die Aktiven der Ethiopian War Resisters‘ International in ausführlichen Interviews und Beiträgen, warum sie asylrechtlichen Schutz benötigen.
Terroristen isolieren statt bekämpfen!
Im Kampf gegen die Taliban versagt das Militär. Kriegsgegner Thomas Carl Schwoerer beschreibt Alternativen zum konventionellen Kampf und verweist auf ein historisches Vorbild.
Vor 60 Jahren, am 30. Januar 1948, starb der Mahatma Gandhi – erschossen in Neu-Delhi von dem Hindu-Fanatiker Nathuram Godse. Ausgerechnet der Mann, der Formen des gewaltlosen Widerstands entwickelte und ab 1920 letztlich erfolgreich gegen die britische Herrschaft in Indien umsetzte, kam durch ein terroristisches Attentat ums Leben. Dem vorausgegangen waren die Spaltung Indiens in die beiden Teilstaaten Indische Union und Pakistan, ihre Entlassung aus der britischen Herrschaft am 15. August 1947 und Massenfluchtbewegungen von rund 12 Millionen Flüchtlingen vorausgegangen. Etwa 500.000 von ihnen starben.