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27.03.2008

Gegenantrag von Jürgen Grässlin an die Daimler-Hauptversammlung

Als kritische Aktionäre versuchen die DFG-VK und andere Organisationen auf die Politik des Daimler-Konserns Einfluss zu nehmen wie auch sie zu skandalisieren. Anträge an die Hauptversammlungen sind dabei immer wieder genutzte Mittel. Jürgen Grässlin ist Bundessprecher der DFG-VKwie auch der Kritischen Aktionäre Daimler.

Der Antrag im Wortlaut:

Gegenantrag des Aktionärs JG zur 1. ordentlichen Hauptversammlung der Daimler AG am 9. April 2008 in Berlin

Herr Jürgen Grässlin, Freiburg

Zu Punkt 3 der Tagesordnung:
»Die Mitglieder des Vorstands werden nicht entlastet«.

Begründung: Der Vorstand unterstützt die Daimler/EADS-Beteiligung an der inhumanen Produktion von Streumunitionswerfern und an menschenverachtenden Rüstungsexporten.



Im vergangenen Geschäftsjahr betonten Vorstandsmitglieder der Daimler AG in vielzähligen Interviews und Stellungnahmen, Ethik, Moral und Verantwortungsbewusstsein würden die Grundlage ihres Handels darstellen. Im aktuellen Geschäftsbericht 2007 verspricht das Unternehmen unter dem Stichwort Responsibility (Verantwortung) einen »offenen Dialog« und die Orientierung »an höchsten ethischen Grundsätzen«.
Derlei Erklärungen sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt worden sind. In Wirklichkeit zählt die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) – deren größter Anteilseigner mit 15 Prozent die Daimler AG ist – laut Bericht des renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zu den acht größten Rüstungsexporteuren der Welt. Mit Daimler-Waffen wird in vielzähligen Kriegen und Bürgerkriegen geschossen und getötet. Häufig sterben dabei vornehmlich Zivilistinnen und Zivilisten – Kinder, Frauen und alte Menschen.
Der Vorstand hat auch im vergangenen Geschäftsjahr erneut keinerlei Anstrengungen unternommen, aus derart inhumanen Waffensystemen wie Streumunitionswerfern auszusteigen. Exemplarisch sei an dieser Stelle auf die Beteiligung am Raketenwerfer MLRS bzw. »Guided« MLRS (Multiple Launch Rocket System) hingewiesen. MLRS-Raketen sollen in immenser Stückzahl gefertigt werden. Der Streumunitionswerfer GLMRS soll mit einer Salve rund 8000 Bombletmunitionen auf einem Gebiet bis zu einem Quadratkilometer verteilen können.
Die beispielsweise seitens der israelischen Armee im Krieg mit dem Libanon eingesetzte MLRS-Streumunition besitzt eine den Landminen vergleichbare Wirkung. Durch die extrem hohe Zahl von Blindgängern werden ganze Landstriche mit Streumunition verseucht. Das Aktionsbündnis landmine.de (siehe ) bewertet den Einsatz von Streumunition als Verstoß gegen die Genfer Konvention, welche wahllose Angriffe auf Zivilisten verbietet.
Mittlerweile hat sich ein breites Bündnis von Friedens- und Menschenrechts- sowie christlichen Organisationen im Aktionsbündnis »Wir kaufen keinen Mercedes: Boykottiert Streumunition!« zusammengefunden. Gemeinsam mit den Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD, Arndtstraße 31, 70197 Stuttgart, Tel. 0711-608396, siehe und <>) erklären auch die
* Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(siehe ),
* das Friedenszentrum e. V. Braunschweig,
* Ohne Rüstung Leben (ORL),
* die deutsche Sektion der Pax-Christi-Bewegung,
* das RüstungsInformationsBüro e. V. (siehe ) und
* die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion/Baden (WfgA)
ihre Unterstützung.

Mehrere tausend Unterzeichnerinnen und Unterzeichner haben durch ihre Unterschrift auf der Kampagnenpostkarte und viele von ihnen auf der Website erklärt, dass sie so lange keinen Mercedes kaufen, bis Daimler/EADS auf jegliche Beteiligung an der Forschung, Entwicklung und Produktion von Streumunition bzw. Raketenwerfern, die für Streumunition verwendet werden können, verzichtet.«

Veröffentlichung auf der Konzern-Homepage:



———
weitere Informationen unter:




http://www.wir-kaufen-keinen-mercedes.de

Kategorie: Stoppt den Waffenhandel, Waffen & Rüstung Stichworte: Jürgen Grässlin, Waffenhandel, Waffenindustrie

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