Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) warnt davor Bundeswehr-Soldat*innen in die Ukraine zu schicken. Wenn sich Soldat*innen zwischen die Kriegsparteien stellen sollen, müssten die von einem bislang neutralen Akteur gestellt und von den Vereinten Nationen mandatiert werden.
Im Anschluss an die Gipfeltreffen von Anchorage zwischen den USA und Russland vom 15. August 2025 und im Weißen Haus zwischen den USA, der Ukraine und mehreren europäischen Staaten vom 18. August 2025 wird von einigen Akteuren aus Politik und Wissenschaft eine Beteiligung der Bundeswehr an einem Einsatz in der Ukraine im Zuge von Sicherheitsgarantien gefordert. Die DFG-VK warnt eindringlich vor dieser Debatte und einem solchen Schritt. Dieser ist kontraproduktiv und droht die Situation zu eskalieren.







„Wenn schon Soldat*innen aus anderen Ländern zwischen die der Ukraine und die Russlands gestellt werden sollen, dann müssen es welche sein, bei der beide Seiten kein Interesse haben, diese anzugreifen“, so Marius Pletsch, Bundessprecher der DFG-VK. Er erklärt weiter, warum die Bundeswehr und die Streitkräfte weiterer NATO-Staaten dafür nicht in Frage kämen: „Deutschland hat seit 2022 Waffen im Wert von 38 Milliarden Euro an die ukrainische Armee geliefert – die Bundesrepublik ist im Konflikt kein neutraler Akteur, sondern wird von Russland als Kriegspartei wahrgenommen“. Eine mögliche Einigung sollte auf jeden Fall dazu genutzt werden, um die Vereinten Nationen zu stärken.
Nach einem möglichen Waffenstillstand oder der Umsetzung eines umfassenderen Friedensplans braucht es einen robusten Mechanismus, um die Einhaltung der Maßnahmen zu überprüfen und Vorwürfe aufzuklären. Es dürfe nicht zu erneuten Angriffen Russlands auf die Ukraine sowie Einmischungsversuchen kommen und die Zeit, in der die Waffen schweigen, dürfe nicht für eine Aufrüstung und Vorbereitung für weitere Kriegshandlungen dienen. Mit Blick auf die Zeit nach einem Abkommen meint Pletsch: „Schon jetzt sollten Gespräche über Abrüstung und Rüstungskontrolle vorbereitet werden, um zu einer nachhaltigen und dauerhaften Lösung zu kommen. Dies wäre nicht nur zwischen Russland und der Ukraine nötig. Auch die USA, die EU- und NATO-Staaten und weitere relevante Akteure wie die restlichen BRICS-Staaten sollten einbezogen werden“.
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart 2. September 2025

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Marius Pletsch (DFG-VK Bundessprecher): pletsch@dfg-vk.de