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Rüstungsausgaben

09.06.2026

Zum Aus des Rüstungsprojekts „Future Combat Air System“ (FCAS)

Stuttgart, 9. Juni 2026 – Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) begrüßt die Entscheidung der beteiligten Regierungen, das Rüstungsprojekt „Future Combat Air System“ (FCAS) nicht weiterzuverfolgen. Das absehbare Ende des milliardenschweren Vorhabens ist aus friedenspolitischer Sicht ein längst überfälliger Schritt.
Über Jahre hinweg galt FCAS als eines der zentralen Prestigeprojekte europäischer Militärpolitik. Gleichzeitig war es von Beginn an geprägt durch massive Interessenkonflikte zwischen den beteiligten Rüstungskonzernen, insbesondere Airbus Defence and Space und Dassault Aviation. Der nun erfolgte Abbruch macht deutlich, dass ein Projekt, das auf Konkurrenz, Profitorientierung und militärischer Eskalationslogik basiert, keine tragfähige Grundlage für internationale Zusammenarbeit sein kann.

Die DFG-VK sieht sich in ihrer langjährigen Kritik bestätigt. Bereits frühzeitig hatte sie gemeinsam mit Partnerorganisationen der Kampagne „ESC FCAS: Cyberkampfjets stoppen!“ vor den enormen Kosten, den sicherheitspolitischen Risiken und der weiteren Militarisierung durch FCAS gewarnt. Dass das Projekt letztlich nicht an fehlenden finanziellen Mitteln, sondern an den Widersprüchen der beteiligten Industrien und politischen Interessen gescheitert ist, unterstreicht die grundlegende Fehlorientierung solcher Rüstungsprogramme.

„Das Aus von FCAS ist kein Verlust, sondern eine Chance“, erklärt DFG-VK Bundessprecher Marius Pletsch. „Die freiwerdenden Mittel dürfen nicht in neue Rüstungsprojekte umgeleitet werden, sondern müssen konsequent in soziale Sicherheit, Bildung, Klimaschutz und zivile Konfliktbearbeitung investiert werden.“

Angesichts der ursprünglich veranschlagten Kosten von weit über 100 Milliarden Euro fordert die DFG-VK eine umfassende politische Aufarbeitung. Es müsse geklärt werden, warum ein derart weitreichendes Projekt trotz offensichtlicher Konflikte und Risiken über Jahre hinweg vorangetrieben wurde und welche politischen und wirtschaftlichen Interessen dabei eine Rolle gespielt haben.

Zugleich warnt die DFG-VK davor, das Ende von FCAS als Anlass für neue militärische Großprojekte zu nutzen. Stattdessen brauche es eine grundlegende Neuausrichtung der Sicherheits- und Außenpolitik hin zu Abrüstung, internationaler Zusammenarbeit und gewaltfreier Konfliktlösung.

Die DFG-VK wird sich auch weiterhin gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern dafür einsetzen, dass das Scheitern von FCAS nicht folgenlos bleibt, sondern als Ausgangspunkt für eine Politik dient, die Frieden und menschliche Sicherheit in den Mittelpunkt stellt.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (pol. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
01578/3452092

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Drohnenkriege, Militarisierung der EU, Pazifismus und Antimilitarismus, Pressemitteilung, Umrüstung der Bundeswehr, Waffen & Rüstung Stichworte: Cyberkampfjet, FCAS, Future Combat Air System, Rüstungsausgaben, Rüstungskonzerne, Rüstungsprojekt

29.12.2025

„Nicht mit mir!” – Über 10.000 Menschen unterstützen Abrüstungsappell

Die Festlegung der NATO, künftig fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes fürs Militär auszugeben, ist willkürlich und unverantwortlich. Für Deutschland würde sie (auf Grundlage des derzeitigen Haushalts) bedeuten, dass künftig die Hälfte aller Bundesmittel ins Militär fließen müssten. Jedes Jahr! Über 10.000 Unterstützer*innen kritisieren diese enorme Aufrüstung der Bundeswehr und sagen: „Nicht mit mir!”.

Der Abrüstungsappell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ hat nach seinem Start am 2. Oktober bereits zu Weihnachten mehr als 10.000 Unterstützer*innen erreicht. Initiiert wurde der Appell von DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung Leben und pax christi.

In dem Appell heißt es: „Aufrüstung führt in die Sackgasse! Dass Frieden und Sicherheit durch immer mehr Waffen und Abschreckung erreichbar wären, ist ein Trugschluss. Wir möchten in einem Land leben, das sich mit zivilen Mitteln für eine friedliche Welt stark macht. Diplomatie, Interessensausgleich und Völkerverständigung müssen die Grundpfeiler für Frieden in Europa und in der Welt sein.“

Der Bundestag brachte allein in der letzten Sitzungswoche Rüstungsprojekte mit einem Gesamtwert von 50 Milliarden Euro auf den Weg. Die Rekordbestellungen sollen nächstes Jahr weitergehen: Kürzlich wurde bekannt, dass die Bundeswehr den Kauf von 3.000 Radpanzern vom Typ Boxer in verschiedenen Ausführungen plant. Davon profitiert vor allem das Rüstungsunternehmen Rheinmetall.

Gleichzeitig sorgt der Versuch, digitale Funkgeräte in bestehende Militärgeräte zu integrieren, für immer weiter steigende Kosten – nur eines von vielen Milliardengräbern der Bundeswehr-Beschaffung.

Durch die enorme Schuldenlast, die mit der Aufrüstung auf Pump einhergeht, kommen schon jetzt andere Haushaltstöpfe unter Sparzwang. Das wird ganz konkrete Folgen haben: Menschen in Deutschland werden unter Kürzungen am Sozialstaat leiden und die Milliarden-Einsparungen bei der internationalen humanitären Hilfe drohen bereits jetzt neue Fluchtbewegungen zu verstärken, während gleichzeitig Geflüchtete abgewiesen und abgeschoben werden.

Der Abrüstungsappell fordert von der Bundesregierung:

  • Einen Stopp der maßlosen Ausgaben für immer mehr Aufrüstung. Nötig sind mehr Investitionen, die unser aller Leben verbessern – zum Beispiel in Gesundheit, Bildung, Soziales und Klimaschutz.
  • Keine Belastung und Einschränkung nachfolgender Generationen durch unbegrenzte Neuverschuldung für Militär und Kriegs-Infrastruktur, durch eine Wehrpflicht oder die Vernachlässigung der Klimakatastrophe.
  • Einen entschlossenen diplomatischen Einsatz für ein Ende des russischen Angriffskrieges, nachhaltigen Frieden für die Ukraine und eine neue europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur.
  • Ein glaubwürdiges Eintreten für Völkerrecht, nukleare und konventionelle Rüstungskontrolle sowie eine Stärkung von Ziviler Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit. Dauerhafte Sicherheit kann nur eine Weltordnung garantieren, in der nicht das Recht des Stärkeren gilt.

Weitere Informationen:

Die Sammlung von Unterschriften für den Abrüstungsappell läuft bis zu den Haushaltsverhandlungen im September 2026. Unterschrieben werden kann der Appell auf den Webseiten der Organisationen (Link auf unsere Unterschriftenseite) und auf Unterschriftenlisten (Link zu unserem Materialversand). Als nächsten Meilenstein wollen die Organisationen bis zu den Ostermärschen im kommenden Jahr 25.000 Unterstützer*innen sammeln.

Die Initiator*innen des Abrüstungsappells sind:

  • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK)
  • Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung (IPPNW)
  • Netzwerk Friedenskooperative
  • Ohne Rüstung Leben
  • pax christi – Internationale katholische Friedensbewegung

Pressekontakt:
Simon Bödecker (Ohne Rüstung Leben)
E-Mail: orl-social@gaia.de
Telefon: 0711 608396

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart 29. Dezember 2025

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Anti-Militarisierung, Pazifismus und Antimilitarismus, Pressemitteilung, Theorie & Praxis, Waffen & Rüstung Stichworte: Abrüstung, Abrüstungsappell, Bundeswehr, NATO, Rüstungsausgaben, Zeitenwende

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