„Die Bundesregierung knickt wieder einmal vor angeblichen Bündniszwängen ein, wo stattdessen risikobewusste Politik und kooperative Diplomatie geboten wären“, kommentiert *Paul Schäfer*, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, den Beschluss, in Ramstein das Kommando des NATO-Raketenschildes einzurichten. Schäfer erklärt weiter:
[Weiterlesen…] Infos zum Plugin Kein Raketenkommando in Ramstein!Militärstützpunkte
Flüchtlinge unerwünscht: Europas Geschäfte mit Gaddafi
Ein Bericht über die Situation von Flüchtlingen auf dem weg nach Europa aus den Lagern in Libyen bei ZDF Frontal 22
von Reinhard Laska und Christian Rohde
Antimilitaristisches Camp in Schweden
Internationales Aktionstreffen vom 22. bis 29. Juli
von Marion Küpker
http://www.zc-online.de
(für Zivilcourage 1-2011)
Das schwedische Netzwerk Ofog lädt im kommenden Sommer zu einem internationalen Aktionscamp ein. Während wir hier in Deutschland den Bombenabwurfplatz „Bombodrom“ erfolgreich verhindern konnten, finden Nato-Militärübungen bereits in Nordschweden auf Europas größtem Testgelände, dem North European Aerospace Testrange (Neat), statt. Zwischen den Städten Lulea und Kiruna, auf dem Land der indigenen Sami und der Rentiere, bedeckt Neat zirka 24.000 Quadratkilometer. Kampfflugzeuge haben hier die Möglichkeit, 350 Kilometer in eine Richtung zu fliegen. Auch im Sommer 2010 nutzte die US-Luftwaffe das Gebiet für Bombenabwurf-Übungen. 2009 unternahm die Nato Response Force ihr größtes europäisches NATO-Luftmanöver: Lufteinheiten aus Finnland, Italien, Norwegen, Polen, Portugal, Großbritannien, Türkei, Deutschland und den USA nahmen neben Schweden daran teil.
Schweden: Protest gegen Bombodrom
Von Gregor Putensen
Ab Montag gemeinsame Manöver mit USA
Ungeachtet des formal militärbündnisfreien Status Schwedens ließ sich die im militärischen Fahrwasser der USA treibende Regierung in Stockholm vom Pentagon nicht zweimal bitten und beraumte im Vidsel-Gebiet nördlich von Lulea amerikanisch-schwedische Bombenabwurfübungen an.
Ab Montag sollen 20 US-Kampfflugzeuge samt 250 Mann Bodenpersonal zusammen mit den schwedischen Luftstreitkräften zwei Wochen lang ihre Treffsicherheit und ihr Zusammenwirken üben. Ihr »Bombodrom« ist das der samischen Urbevölkerung zugehörige Gebiet Nordschwedens.
Die von der schwedischen Regierung im April bekannt gegebene Entscheidung darüber blieb vage und sprach davon, dass lediglich die Verwendung von »Bomben ohne Sprengwirkung geplant« sei.
Lebenslaute betritt Truppenübungsplatz und musiziert gegen Krieg und Militär
Konzert auf dem Truppenübungsplatz Altmark
Rund 60 Musikerinnen und Musiker sind am 5. september während des 206. Friedenswegs der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe in militärisches Sperrgebiet eingedrungen. Über 100 AktivistInnen und ZuhörerInnen folgten ihnen. Mitten in der Colbitz-Letzlinger-Heide, wo sonst SoldatInnen ihre Kriegseinsätze für das Ausland üben, führte Lebenslaute u.a. das ‘Lacrimosa’ aus dem ‘War Requiem’ von Britten auf und setzte mit Eislers ‘Gegen Krieg’ einen eindrucksvollen antimilitaristischen Kontrapunkt.
NATO-Muskelspiele in Nordschweden – Regierung weicht Neutralitätspolitik auf
Von Gregor Putensen
Seit Wochenbeginn findet in Norrland, der geografisch fast zwei Drittel des Landes umfassenden Nordprovinz Schwedens, das NATO-Manöver »Loyal Arrow« statt.
Luftstreitkräfte aus zehn NATO-Staaten – darunter den USA und der Türkei – sowie aus Schweden und Finnland sind an den Übungen beteiligt. Vom Manöverzentrum in Luleå am nördlichen Ufer des Bottnischen Meerbusens werden insgesamt 2000 Soldaten auf Trab gehalten, die das militärische Zusammenspiel insbesondere zwischen der NATO sowie Schweden und Finnland einüben sollen. Die Regierungen der beiden nordischen Staaten, die ihrem offiziell deklarierten Status nach gegenwärtig noch als militärisch bündnisfrei betrachtet werden können, lassen jedoch nichts unversucht, in mittelfristiger Perspektive einen Anschluss an die westliche Militärallianz zu erreichen. Hierzu gehört, die im Bewusstsein der Bevölkerung Schwedens und Finnlands mehrheitlich immer noch stark verankerten Neutralitätstraditionen durch Gewöhnung und medienpolitische Ausblendung dieser Problematik zu unterlaufen.