Von Stefan Philipp
Gott mit uns diesen Spruch machte das preußische Königtum im Jahr 1701 zu seiner Devise. Und brachte damit Gott auf die Schlachtfelder. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts trug jeder preußische Soldat dieses Motto auf seinem Koppelschloss. In der Reichswehr der Weimarer Republik prangte es ab Mitte der Zwanziger Jahre auf jedem Koppelschloss, die Nazis behielten es für die Wehrmacht bei, so dass Gott immer dabei war, als deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg mordend durch Europa zogen. Am Ende war Gott nur vielleicht tot, tatsächlich waren aber über 55 Millionen Menschen durch diesen Krieg zu Tode gekommen.
Kirche und Militär
Keine Kriege ohne den Segen der Kirche

Interview mit Rainer Schmid, evangelischer Pfarrer, DFG-VK-Mitglied und Initiator der Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge
Du hast im Herbst 2012 die bundesweite „Ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge“ mit gegründet. Wie kam es dazu?
Ich war Pfarrer am Bodensee. Dort gibt es viele Rüstungsfirmen. Meine schmerzhafte Erfahrung war: Die beiden großen Kirchen lehnen die Herstellung von Kriegswaffen nicht grundsätzlich ab. Sie reden zwar viel vom Frieden, vor allem an Weihnachten und in fast jedem Gottesdienst. Aber sogar in der „Friedensdenkschrift“ der Evangelischen Kirche in Deutschland von 2007 heißt es, dass man Kriege führen darf, wenn vorher ein paar Bedingungen erfüllt sind.
Jesus hat aber die völlige Gewaltlosigkeit gelehrt und gelebt. Er war außerdem das Opfer der römischen Machtpolitik. Bis ins dritte Jahrhundert haben die Christen alles Militärische abgelehnt.
Rezension – Wolfram Beyer (Hrsg.): Militärseelsorge abschaffen. Humanistische, christliche und pazifistische Argumente.
Berlin 2013; 52 Seiten; 4 Euro von Stefan Philipp
„Der Staat selbst hat an der Militärseelsorge ein echtes Eigeninteresse. Denn der Wert seiner Streitkräfte hängt vom Charakter und seelischen Einstellung der Soldaten nicht weniger ab als vom waffentechnischen Ausbildungsstand. Diese Eigenschaften werden aber bei den meisten Menschen von der religiösen Grundhaltung bestimmt.“ So wurde es bereits 1954 vor der Aufstellung der Bundeswehr in der Dienststelle Blank, der Vorläuferorganisation des Bundesministeriums der Verteidigung – formuliert, und dieses Interesse besteht auch noch heute; und es ist zweiseitig – vom Staat und von den Kirchen. Deshalb gibt es bei der Bundeswehr jeweils ca. 100 evangelische und katholische Militärpfarrer, Militärdekane und Militärbischöfe. Die Militärpfarrer, sämtlich Bundesbeamte, sind auch bei allen Auslandseinsätzen dabei. Bezahlt werden sie aus Steuermitteln, zwischen 30 und 40 Millionen Euro pro Jahr gibt die Bundesrepublik für die Militärseelsorge aus.
Die Internationale der Kriegsdienstgegner/innen (IDK), eine der deutschen Sektionen der War Resisters´ International, die die Militärseelsorge seit jeher kritisiert, hat nun in einer kleinen Borschüre Argumente zusammengetragen.
Rezension – Wolfram Beyer (Hrsg.): Militärseelsorge abschaffen. Humanistische, christliche und pazifistische Argumente.
http://www.militaerseelsorge-abschaffen.de
Berlin 2013; 52 Seiten; 4 Euro von Stefan Philipp
„Der Staat selbst hat an der Militärseelsorge ein echtes Eigeninteresse. Denn der Wert seiner Streitkräfte hängt vom Charakter und seelischen Einstellung der Soldaten nicht weniger ab als vom waffentechnischen Ausbildungsstand. Diese Eigenschaften werden aber bei den meisten Menschen von der religiösen Grundhaltung bestimmt.“ So wurde es bereits 1954 vor der Aufstellung der Bundeswehr in der Dienststelle Blank, der Vorläuferorganisation des Bundesministeriums der Verteidigung – formuliert, und dieses Interesse besteht auch noch heute; und es ist zweiseitig – vom Staat und von den Kirchen. Deshalb gibt es bei der Bundeswehr jeweils ca. 100 evangelische und katholische Militärpfarrer, Militärdekane und Militärbischöfe. Die Militärpfarrer, sämtlich Bundesbeamte, sind auch bei allen Auslandseinsätzen dabei. Bezahlt werden sie aus Steuermitteln, zwischen 30 und 40 Millionen Euro pro Jahr gibt die Bundesrepublik für die Militärseelsorge aus.
Die Internationale der Kriegsdienstgegner/innen (IDK), eine der deutschen Sektionen der War Resisters´ International, die die Militärseelsorge seit jeher kritisiert, hat nun in einer kleinen Borschüre Argumente zusammengetragen.
Keine Werbeplattform für das Militär
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In der Regel freut sich die Kirche über jeden Besucher. Jetzt aber sollen die Friedensaktivisten das Gotteshaus verlassen. Sie haben Schlafsäcke dabei, halten ein Transparent hoch und verteilen Flugblätter. Die Domkirche St. Eberhard in Stuttgart wollen sie besetzen, um ein paar Tage später einen Soldatengottesdienst zu verhindern. Doch der Dompfarrer ruft sofort die Polizei, die Aktivisten werden festgenommen.