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Militaristische Traditionspflege

01.12.2012

Der I. Traditionserlaß – Die Bundeswehr zwischen Bruch und Kontinuität der Traditionen

1. Tradition und ihre soziologische Funktionen

Tradition ist in soziologischer Sicht das, was über geschichtliche Brüche hinweg, wie etwa Revolutionen, Verbindungen zu vergangenen Epochen herstellt. Tradition meint die Konservierung von Beziehungen zwischen Individuen, Gruppen und Institutionen, ihren Erhalt während einer Epoche und über diese hinaus. Insofern wirkt Tradition sowohl gesellschaftlich als auch politisch stabilisierend, sie ist also per se konservativ. Ausdrucksformen der Tradition sind als beispielhaft verstandene Handlungen, etwa die von Freiheitskämpfern, aber auch von Intellektuellen oder Politikern, sowie Symbole. Konvention, etwa in Form von Liedern, Riten etc., und Tradition unterscheiden sich darin, daß Konventionen erst dann zu Traditionen werden, wenn ein einleuchtender, für einen bestimmten Kreis von Menschen nachvollziehbarer Bezug zu Vergangenem hergestellt wird. Damit werden indirekt die Verhältnisse zur Zeit der Entstehung des zu Tradierenden gerechtfertigt.

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Kategorie: Anti-Militarisierung, Militaristische Traditionspflege Stichworte: Externe Funktion, Interne Funktion

01.05.2012

Im Geiste der Tradition – Sanitätsakademie der Bundeswehr huldigt Wehrmachtsoldaten

Von Roland Lory
Das leidige Thema Bundeswehr und Traditionspflege kann um eine weitere bemerkenswerte Episode ergänzt werden. Der zentrale Hörsaal der Sanitätsakademie in München wurde nach Hans Scholl benannt. Doch gleich ein paar Meter weiter würdigt man Ritterkreuzträgern der Wehrmacht an einer Gedenkwand.

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Kategorie: Anti-Militarisierung, Militaristische Traditionspflege

27.04.2012

Veteranenpolitik


http://www.german-foreign-policy.com/
(Eigener Bericht www.german-foreign-policy.com)
– Das deutsche Verteidigungsministerium treibt zentral koordinierte Maßnahmen zur Würdigung der Kriegsteilnehmer der Bundeswehr voran. Integraler Bestandteil dieser sogenannten Veteranenpolitik ist die Einführung eines speziellen „Veteranentages“ zum Gedenken an die in den ausländischen Operationsgebieten der deutschen Streitkräfte gefallenen Soldaten. Außerdem will die Bundesregierung in Zukunft verstärkt Veteranenorganisationen unterstützen, ein „Veteranenabzeichen“ einführen und einen „Sonderbeauftragten für Veteranen“ ernennen. Hintergrund der vorgesehenen Initiativen ist der forcierte Umbau der Bundeswehr von einer aus Wehrpflichtigen bestehenden Verteidigungsarmee zu einer professionellen, global agierenden Interventions- und Besatzungstruppe. Diese Transformation bereitet dem deutschen Militär bereits seit einiger Zeit enorme Probleme bei der Nachwuchsrekrutierung, die jetzt offenbar durch die groß angelegte „ideelle Würdigung“ von Soldaten als „Diener des Gemeinwohls“ gekontert werden sollen.

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Kategorie: Anti-Militarisierung, Militaristische Traditionspflege

28.01.2012

Ulla Jelpke: Mutmaßlicher Rechtsextremist als Bundeswehrsoldat in Afghanistan

„Die Bundesregierung hat zugegeben, dass ein mutmaßlicher Rechtsextremist als Bundeswehrsoldat in Afghanistan eingesetzt war“, so Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion (BT-Drucksache 17/10936). Jelpke weiter:

„Ein Hauptmann der Bundeswehr war vom 15. Juli bis zum 13. Oktober als Verbindungsoffizier in Kunduz eingesetzt. Ursprünglich sollte er dort bis Ende Februar kommenden Jahres bleiben. Der Hauptmann ist mutmaßliches Mitglied der rechtsextremen Neonazi-Gruppe ,Freier Widerstand Kassel‘, die vom hessischen Verfassungsschutz beobachtet wird, und Mitglied einer Reservistenkameradschaft. 2008 hatte er einen Mitgliedsantrag bei der NPD gestellt.

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Kategorie: Anti-Militarisierung, Militaristische Traditionspflege

16.11.2011

Lernort mit Lücken

Hintergrund. Die Bundeswehr leistet sich ein Museum, das die Greuel deutscher Kriegsgeschichte zeigt – aber nur bis 1945
Von Frank Brendle

Runter vom Feldherrnhügel« ist ein oft zitiertes Motto des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, das Mitte Oktober in Dresden eröffnet wurde. Hier wird Militärgeschichte einmal anders erzählt: Nicht als Abfolge mehr oder weniger heroischer Schlachten und mehr oder weniger genialer Feldherrn, wie man es aus anderen Museen dieses Genres im In- und Ausland kennt. Es steht auch nicht eine möglichst imposante Sammlung von Waffen und Kriegstechnik im Vordergrund (gleichwohl gibt es eine Menge davon zu sehen). Hier geht es darum, Militärgeschichte in den gesellschaftlichen Kontext zu stellen und zu zeigen, wie eng sie verknüpft ist mit Gesellschafts- und Technikgeschichte. Bei alledem solle der »Mensch im Mittelpunkt« stehen, heißt es – der Mensch als Wesen, das den Krieg führt, aber auch in ihm und an ihm zugrunde geht.

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Kategorie: Anti-Militarisierung, Militaristische Traditionspflege

28.05.2011

Pazifistisches Bündnis kämpft für Denkmal Kein Ort für Deserteure

In Hamburg hat ein pazifistisches Bündnis ein Kriegerdenkmal mit Folien verhüllt. Es fordert einen Gedenkort für Deserteure im Zweiten Weltkrieg. Doch nicht alle finden das gut: Die Folien wurden schon zwei Mal heruntergerissen. VON DANIEL KUMMETZ

HAMBURG taz
Der alte Herr liest das Schild und blickt auf den Muschelkalk-Quader, dessen obere Hälfte mit schwarzer Folie verhüllt ist. Er spricht die zwei Männer an, die neben dem Denkmal stehen. „Krieg findet immer statt“, sagt er zu ihnen. Das sei unvermeidbar. Sie versuchen ihm zu antworten. Doch er geht nicht darauf ein. Seit fast 80 Jahren stehe nun das Denkmal hier, sagt er. „Hört auf mit dem Scheiß.“ Noch einige Sätze dieser Art sagt er, dann verschwindet er.

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Kategorie: Militaristische Traditionspflege

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