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Russland

27.01.2022

Waffenlieferungen in Ukraine würden Öl ins Feuer gießen

„Dieser Konflikt wird nicht militärisch zu lösen sein“, sagte die damalige Kanzlerin Angela Merkel 2016 zum Ukraine-Konflikt und lehnte Waffenlieferungen in das Land ab. Dass bis heute seitens Deutschland kaum Rüstungsgüter an das ukrainische Militär geliefert werden, hat seinen Grund eben genau darin.

Die Spannungen in der Ukraine und der Region stehen dem entgegen, wie auch, laut Rüstungsexportberichten der Bundesregierungen, ab 2014 das „Risiko der Abzweigung von Militärtechnologie oder Militärgütern im Käuferland oder der Wiederausfuhr von Militärgütern unter unerwünschten Bedingungen“.

Verbreitung von Rüstungsgütern verhindern

„Von 2018 bis 2021 förderte die Bundesregierung sogar ein Projekt der OSZE in der Ukraine, dass das Ziel hatte‚ ‚möglichen Proliferationsrisiken als Folge des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine rechtzeitig wirkungsvoll zu begegnen‘.

Auch vor diesem Hintergrund sind die Forderungen seitens einzelner Mitglieder von CDU/CSU und FDP nach Waffenlieferungen an die Ukraine absolut kontraproduktiv,“ so Christine Hoffmann, Sprecherin der Kampagne und pax christi-Generalsekretärin.  

Defensivwaffen existieren nicht

Jürgen Grässlin, Sprecher der Kampagne und Bundessprecher der DFG-VK, ergänzt: „Man sollte eigentlich niemandem mehr erklären müssen, dass es Defensiv- oder Verteidigungswaffen nicht gibt, wie sie gefordert werden. Jede Waffe kann immer auch als Unterstützung für einen Angriff genutzt werden.

Außerdem stellt sich die Frage: Wann haben mehr Waffen jemals zu Frieden geführt? Allein im Jahr 2021 sind trotz des offiziellen Waffenstillstands und Waffenlieferungen anderer Länder mindestens fünfzig Menschen in dem Konflikt getötet worden.

Verhandlungen im Normandieformat

Erfreulicherweise setzt das von Bündnis 90/Die Grünen geführte Außenministerium auf Verhandlungen, wie jetzt wieder im „Normandieformat“. Wir unterstützen dieses Vorgehen ausdrücklich. Waffenlieferungen würden das „Normandieformat“ aushebeln und Öl ins Feuer gießen.“

Reexportgenehmigung würde Vereinbarung brechen

„Vor diesem Hintergrund darf auch eine deutsche Reexportgenehmigung für Haubitzen, die Estland aus ehemaligen DDR-Beständen an die Ukraine liefern will, auf keinen Fall erteilt werden. Denn das zweite Minsker Dokument vom 12. Februar 2015 (Minsk II), das weiterhin Grundlage der gegenwärtigen Verhandlungen ist, steht dem entgegen.

Darin ist u.a. eine Sicherheitszone von 50 km festgelegt, in der keine Artilleriesysteme über 100mm-Kaliber stationiert sein dürfen. Mit einer Reichweite von 15 km müssten diese Haubitzen jedoch in der Sicherheitszone stationiert werden.

Waffenlieferungen in Kriegsgebiete müssen ausgeschlossen werden

Da sie ein Kaliber von 122mm haben, würde die Ukraine damit eindeutig gegen die Minsker Vereinbarung verstoßen“, erläutert Susanne Weipert, die Koordinatorin der Kampagne und fügt hinzu: „In dem seitens der Bundesregierung geplanten Rüstungsexportkontrollgesetz muss eindeutig festgelegt werden, dass Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete nicht genehmigt werden.

Sollten sie dennoch stattfinden, muss per Verbandsklage eine richterliche Überprüfung der Gesetzmäßigkeit veranlasst werden können. Nur so kann das Regierungshandeln wirksam kontrolliert werden.“    


Eine Pressemitteilung der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! vom 27.01.2022

Wir sind Trägerorganisation der Kampagne.

Weiterführende Links

Gespräche bleiben ohne Durchbruch, tagesschau, 26.01.22

Kontakt

Jürgen Grässlin
DFG-VK Bundessprecher
Sprecher der Aktion Aufschrei

0170/6113759
graesslin@dfg-vk.de  


Nun fordert also auch Heusgen Defensivwaffen für die #Ukraine. Man sollte eigentlich niemandem, schon gar nicht dem künftigen Vorsitzenden der SiKo, erklären müssen, dass es solche Waffen nicht gibt. Jede Waffe kann immer auch als Unterstützung für einen Angriff genutzt werden. https://t.co/dWAl8Tk2YU

— Deutsche Friedensgesellschaft (@dfgvk_bv) February 2, 2022

Kategorie: Kriege & Konflikte, Pressemitteilung, Waffen & Rüstung Stichworte: Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!, Russland, Rüstungsexporte, Ukraine, Waffenlieferungen

29.01.2021

Abrüstungsabkommen New- START verlängert

Die USA und Russland haben am 26. Januar vereinbart, den atomaren Rüstungskontrollvertrag für weitere fünf Jahre zu verlängern – das signalisiert eine Wende in der nuklearen Abrüstung der letzten Jahre.
Mit der heutigen Fotoaktion vor den Botschaften Russlands und der USA begrüßen die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, ICAN Deutschland, IPPNW Deutschland und die NaturFreunde Deutschlands, dass die USA und Russland beim Thema Atomwaffen wieder aufeinanderzugehen. Wir fordern auch weiterhin: Reden statt Rüsten – denn Abrüsten schafft Sicherheit.

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Kategorie: Abrüstung und Konversion, Atomwaffen abschaffen, Waffen & Rüstung Stichworte: Abrüstungsabkommen, Biden, Harris, Russland, USA

06.12.2019

Geplantes Großmanöver absagen!

Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) fordert eine Absage des für Anfang 2020 geplanten NATO-Großmanövers „Defender 2020“. Bis zu 37.000 Soldat*innen sollen dabei einen Marsch durch Westeuropa bis an die östliche Grenze des Gebietes der NATO-Mitgliedsstaaten üben. Das größte Militärmanöver des westlichen Militärbündnisses seit dem Kalten Krieg heizt einen Konflikt mit Russland weiter an. Die DFG-VK fordert, dass die gegenseitige Bedrohung dreißig Jahre nach dem Kalten Krieg endlich ein Ende haben muss.

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Kategorie: Anti-Militarisierung, Kein Frieden mit der NATO, Kriege & Konflikte Stichworte: Defender, Russland

25.07.2019

Kirche & Militär: Aus der Ferne sieht man es deutlich. Aus der Nähe ist man blind.

von Rainer Schmid, DFG-VK

Im März berichtete die Badische Zeitung über eine Kirche In Russland: Das russische Verteidigungsministerium baut westlich von Moskau eine gigantische Kathedrale. Die Altarstufen werden aus erbeutetem Kriegsgerät gegossen. Die vier Seitenflügel werden den Schutzheiligen der vier russischen Teilstreitkräfte gewidmet. Jedes Detail des Kirchenbaus soll an die Siege Russlands über Deutschland erinnern.

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Kategorie: Kirche und Militär Stichworte: Garnisonkirche, Militärkirche, Russland

27.05.2019

Aktionstag gegen Atomwaffen am 1. Juni 2019

Aktionen in: Aachen, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Fürth, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Leipzig, München und Würzburg. Alle Informationen gibt es auf der Aktionswebsite: www.inf-vertrag-retten.de

Anfang Februar hat US-Präsident Donald Trump den INF-Vertrag, der den USA und Russland den Besitz atomarer Mittelstreckenwaffen verbietet, gekündigt. Wladimir Putin ist daraufhin ebenfalls aus dem Vertrag ausgestiegen. Im August läuft der Vertrag voraussichtlich endgültig aus.

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Kategorie: Atomwaffen abschaffen, Waffen & Rüstung Stichworte: Aktionstag, Atomwaffen abschaffen, INF-Vertrag, Russland, USA

13.01.2018

Kriegsrhetorik im Syrienkonflikt stoppen – Deeskalation jetzt!

Berlin/Bonn.  –  Angesichts der drohenden direkten Konfrontation der beiden Großmächte USA und Russland auf syrischem Boden schließt sich die von der DFG-VK mitgetragene Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien“ dem dringenden Ruf nach Deeskalation von UN-Generalsekretär António Guterres an. „Schon die Androhung von Gewalt verstößt laut Artikel 2 Ziffer 4 der Charta der Vereinten Nationen gegen das Völkerrecht. Erst recht ihre Anwendung“, erklärt Berthold Keunecke, Co-Sprecher der Kampagne. „Deutschland darf sich den Planungen eines Militärschlags von Seiten der USA, Großbritanniens und Frankreichs nicht anschließen und diese auch politisch nicht unterstützen. Bündnissolidarität muss auch ihre Grenzen kennen.“

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Kategorie: Aktuelle Kriegsgebiete, Kriege & Konflikte Stichworte: Atomkrieg, Atomwaffen, Russland, Syrien, USA

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