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Theorie & Praxis

31.03.2026

Spende für die Koordination der KDV-Arbeit


Liebe Friedensfreund*innen,

Kriegsdienst ist wieder Thema: 7.691 Menschen haben 2025 einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt – im Vorjahr waren es noch „nur“ 2.998 KDV-Anträge. Es sind vor allem Zivilist*innen die verweigern (2025 waren das 5.923) aber auch Menschen, die schonmal bei der Bundeswehr waren und daher als Reservist*innen gelten (1.576). Auch einige aktive Soldat*innen legen jedes Jahr die Waffe nieder (192).

Ihnen alle helfen wir dabei ihr Grund- und Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung wahrzunehmen, getreu dem Motto: Stell dir vor, es ist Krieg – und keiner geht hin. Daher unterstützen wir nicht nur Menschen in und aus Deutschland, sondern auch aus allen anderen Ländern bei der Verweigerung.

Mittlerweile haben wir – auch dank der Spenden zu Weihnachten – ein bundesweites Netzwerk aus mehreren hundert ehrenamtlichen KDV-Berater*innen aufgebaut. Unsere zentrale Website www.verweigern.info hatte in den ersten zwölf Monaten ihres Bestehens über 930.000 Aufrufe. Über 50.000 Flugblätter zur Kriegsdienstverweigerung haben wir schon drucken lassen. Hinzu kommen weitere Materialien wie Erklärposter und Aufkleber, um junge Menschen auf ihr Recht auf KDV aufmerksam zu machen. Wir sind die zentrale Anlaufstelle für Hilfesuchende – und wenn der neue Wehrdienst absehbar erst einmal zu einer Wehrpflicht wird, werden die Anfragen an uns noch weiter zunehmen.

Um unsere aktuelle KDV-Arbeit zu koordinieren und auszubauen würden wir gerne Clara Meier anstellen, wofür wir finanzielle Hilfe brauchen. Zudem wollen wir einige juristische Fragen rund um den neuen Wehrdienst klären: Ist das neue Gesetz überhaupt rechtens? Hilf uns zu helfen! Mehr zu unseren beiden aktuellen Spendenthemen findest du weiter unten.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und eine schöne Osterzeit,

Ralf Buchterkirchen (Bundeskassierer der DFG-VK)


Kriegsdienstverweigerungsarbeit koordinieren – Clara anstellen!

Stichwort: Clara
Spendenziel: 25.000 Euro

Clara Meier wurde 1999 in Berlin geboren, hat Politikwissenschaften in Nancy (Frankreich) studiert und ist gerade dabei, Theatertherapie in Nürtingen zu studieren – sie will Theater als Werkzeug in der Friedensarbeit nutzen. Sie hat unter anderem an Trialogen zwischen Palästinenser*innen, Israelis und Deutschen teilgenommen und möchte im Feld des Peacebuilding arbeiten.

Seit letztem Jahr beschäftigt sie sich intensiv mit Kriegsdienstverweigerung, war im Sommer auf unserem ersten KDV-Kongress, hat eine Schulung zur KDV-Beraterin gemacht und selbst schon einige Menschen bei ihrer Verweigerung begleitet.

Unser Bundesausschuss hat Clara gewählt, um sie auf Basis einer 15 Stunden/Woche einzustellen, damit sie die KDV-Arbeit unseres Verbands koordiniert: In unserer bundesweiten KDV-Arbeitsgruppe sind mittlerweile knapp 200 Berater*innen aktiv, die etwa zu neuen Gesetzeslagen und der Verwaltungspraxis auf dem Laufenden gehalten werden müssen. Auch weitere Berater*innen soll Clara ausbilden, für die Presse als Expertin zu dem Thema zur Verfügung stehen, bei jungen Menschen dafür werben, den Kriegsdienst rechtzeitig zu verweigern und dazu auch selbst Beratungen durchführen. Die Fähigkeiten dafür bringt Clara mit! Jetzt müssen wir nur noch das Geld zusammenbekommen, um sie – erstmal für ein Jahr – anstellen zu können. Dafür brauchen wir deine Hilfe!



Das neue Wehrdienstgesetz – Rechtsfragen klären!

Stichwort: Rechtsfragen
Spendenziel: 6.000 Euro

Welche Konsequenzen hat für junge Männer, wenn sie das Ausfüllen des Bundeswehr-Fragebogens mit Verweis auf die heutige Geschlechtergerechtigkeit verweigern? Immerhin ist das Ausfüllen des Fragebogens für Männer – im Gegensatz zu Frauen – verpflichtend. Und was ist, wenn man heute die Musterung verweigert? Ist das ganze neue Wehrdienstgesetz überhaupt rechtens? Immer wieder kommen – teils grundlegende – juristische Fragen im Zusammenhang mit dem neuen Wehrdienst und der Kriegsdienstverweigerung auf. Dazu berät uns David Werdermann, ein junger Rechtsanwalt aus Berlin – und mittlerweile einer der bundesweiten Experten in diesen Fragen. In der Debatte um das neue Gesetz hat er bereits zwei umfangreiche Studien verfasst. Nun steht er uns für juristische Spezialfragen zur Verfügung. Da die Klärung oft aufwendig ist, gehen sie weit über das ehrenamtliche politische Engagement hinaus. Daher sammeln wir nun Spenden, um die juristische Arbeit gegen den Wehrdienst und für Kriegsdienstverweigerung zu ermöglichen.






Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Kriegsdienstverweigerung, Pazifismus und Antimilitarismus Stichworte: Friedensbulli, Kriegsdienstverweigerung, Spendenaktion, Spendenaufruf, Wehrdienst

27.03.2026

Schreibe deinem Abgeordneten – Unterstützung für Yurii!

Die Situation des ukrainischen Kriegsdienstverweigerers Yurii Sheliazhenko bleibt weiterhin besorgniserregend: Nach seiner Festnahme am 19. März 2026 in Kiew ist er zwar inzwischen wieder freigelassen worden – doch wie dauerhaft diese Freilassung ist, bleibt unklar. Die Gefahr erneuter Repressionen und insbesondere einer Zwangsrekrutierung besteht weiterhin.

Yurii Sheliazhenko ist seit Jahrzehnten ein engagierter Pazifist, Menschenrechtsverteidiger und eine zentrale Stimme für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung – in der Ukraine und international. Die Umstände seiner Festnahme werfen erhebliche Fragen hinsichtlich der Einhaltung rechtsstaatlicher und menschenrechtlicher Standards auf.

Als DFG-VK rufen wir dazu auf, sich solidarisch zu zeigen und politischen Druck aufzubauen: Setzt euch bei euren Abgeordneten für den Schutz von Yurii Sheliazhenko ein!

Ihr könnt folgende Vorlage für eure Anschreiben an eure Abgeordneten nutzen:

Sehr geehrte*r __________,

ich wende mich mit einer dringenden Bitte an Sie.

Der ukrainische Kriegsdienstverweigerer, Pazifist und Menschenrechtsverteidiger Yurii Sheliazhenko, der am 19. März 2026 in Kiew festgenommen wurde, ist inzwischen wieder freigelassen worden. Diese Entwicklung ist zwar erleichternd, jedoch besteht weiterhin große Unsicherheit über seine Situation und Sicherheit. Es ist unklar, wie dauerhaft diese Freilassung ist, und es besteht weiterhin die Gefahr erneuter Maßnahmen gegen ihn, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Zwangsrekrutierung.

Bereits die Umstände seiner Festnahme geben Anlass zu großer Sorge. Nach vorliegenden Informationen erfolgte diese unter Missachtung rechtsstaatlicher Verfahren. Es gibt Hinweise darauf, dass weder ein ordnungsgemäßes Festnahmeprotokoll erstellt wurde, noch klare rechtliche Gründe für den Freiheitsentzug genannt wurden. Zudem soll ihm der Zugang zu anwaltlichem Beistand erschwert worden sein.

Diese Vorgänge werfen erhebliche menschenrechtliche Fragen auf und könnten gegen grundlegende Rechte verstoßen, darunter das Recht auf Freiheit und Sicherheit sowie die Gewissensfreiheit, wie sie in internationalen Abkommen garantiert sind.

Yurii Sheliazhenko ist seit Jahrzehnten ein bekannter Kriegsdienstverweigerer und engagiert sich als Wissenschaftler und Aktivist für Frieden und Menschenrechte. Er ist unter anderem Geschäftsführer der Ukrainischen Pazifistenbewegung und im europäischen sowie internationalen Kontext aktiv.

Ich bitte Sie daher weiterhin eindringlich:

  • sich für den dauerhaften Schutz und die Sicherheit von Yurii Sheliazhenko einzusetzen
  • sich gegen jede Form der Zwangsrekrutierung in seinem Fall auszusprechen
  • die Einhaltung rechtsstaatlicher und menschenrechtlicher Standards einzufordern

Als Mitglied bzw. Unterstützer*in der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) ist mir der Schutz des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung ein zentrales Anliegen.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten weiterhin für diesen Fall einsetzen und ihn auch innerhalb des Bundestages oder gegenüber internationalen Partnern thematisieren.

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://wri-irg.org/en/story/2026/urgent-conscientious-objector-and-human-rights-defender-yurii-sheliazhenko-detained

Mit freundlichen Grüßen

[Name]
[Ort]

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Michael Schulze von Glaßer (pol. Geschäftsführer der DFG-VK): svg@dfg-vk.de

Kategorie: Aktuelle Kriegsgebiete, Anti-Militarisierung, Kriege & Konflikte, Kriegsdienstverweigerung, Kriminalisierung von Kriegsgegner*innen, Pazifismus und Antimilitarismus, Theorie & Praxis Stichworte: Ukraine, Ukrainische Pazifistische Bewegung, Yurii Sheliazhenko

20.03.2026

Ukrainischer Kriegsdienstverweigerer Yurii Sheliazhenko inhaftiert

HINWEIS: Nach uns vorliegenden Informationen wurde Yurii Sheliazhenko zwischenzeitlich aus der Haft entlassen und hat seine Erlebnisse dokumentiert. Wir stehen im Kontakt und fordern ein Ende der Repressionen gegen ihn.

Gestern, am 19. März 2026, wurde der ukrainische Kriegsdienstverweigerer Yurii Sheliazhenko in Kyjiw in Haft genommen. Nun droht ihm die Zwangsrekrutierung durch das ukrainische Militär.

Nach den uns vorliegenden Informationen wurde Yurii von Beamten der Bezirkspolizei Pechersk in Kyjiw ohne ordnungsgemäße Rechtsgrundlage und unter Missachtung der nach ukrainischem Recht vorgeschriebenen Verfahrensregeln festgenommen. Er wurde bereits seit längerer Zeit bedroht. Insbesondere gibt es Hinweise darauf, dass:

  • kein Festnahmeprotokoll erstellt wurde;
  • keine eindeutigen rechtlichen Gründe für den Freiheitsentzug angegeben wurden;
  • der Zugang zu einem Rechtsbeistand behindert wurde;
  • der Kontakt zum ukrainischen Staatlichen Ermittlungsamt wurde behindert;
  • er wurde ohne ordnungsgemäßes rechtliches Verfahren in ein Territoriales Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung (TCC) überstellt oder solle dorthin überstellt werden.

Wir weisen darauf hin, dass eine etwaige Beteiligung des TCC die Verantwortung der Strafverfolgungsbeamten für den ursprünglichen Freiheitsentzug nicht ausschließt. Diese Handlungen können Verstöße gegen die Verfassung der Ukraine und die Europäische Menschenrechtskonvention darstellen, insbesondere gegen Artikel 5 (Recht auf Freiheit und Sicherheit) sowie gegen Artikel 9 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR).

Yurii bekennt sich bereits seit 1998 zu seiner Kriegsdienstverweigerung, ist Pazifist und Menschenrechtsverteidiger. Er ist zudem Wissenschaftler, Geschäftsführer der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung (Mitgliedsorganisation von War Resisters International), Direktor des Instituts für Frieden und Recht in der Ukraine sowie Vorstandsmitglied des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung und von World Beyond War. 2024 haben wir Yurii mit dem 2024 mit dem Ludwig-Baumann-Preis unseres Carl-von-Ossietzky-Solidaritätsfonds ausgezeichnet.

Wir, die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), protestieren gegen die Inhaftierung Yuriis, fordern seine sofortige Freilassung und einen unverzüglichen Stopp aller Maßnahmen zur Zwangsrekrutierung des Militärs! Free Yurii!

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Michael Schulze von Glaßer (pol. Geschäftsführer der DFG-VK): svg@dfg-vk.de

Kategorie: Aktuelle Kriegsgebiete, Anti-Militarisierung, Kriege & Konflikte, Kriegsdienstverweigerung, Kriminalisierung von Kriegsgegner*innen, Pazifismus und Antimilitarismus, Theorie & Praxis Stichworte: Ukraine, Ukrainische Pazifistische Bewegung, Yurii Sheliazhenko

11.03.2026

No Bombs on Iran! – Kundgebung in Berlin

Aktion für Völkerrecht und Menschenrechte!

Wann: Samstag, 14. März 2026, 10.30 Uhr (Aufbau – Beginn der Aktion um 11 Uhr) bis ca. 12 Uhr

Wo: Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin (Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin)

Warum: Seit dem 28. Februar 2026 eskaliert der Krieg im Nahen und Mittleren Osten: Die USA und Israel haben – noch während laufender Verhandlungen – den Iran angegriffen. Die Mullah-Diktatur hat mit Beschuss von US-Militärbasen und auf umliegende Staaten in der Region reagiert. Es gibt bereits mehr als tausend Tote und unzählige Verletzte. Der planlose Angriff könnte sich zu einem langanhaltenden Flächenbrand ausweiten.

Wir stehen empathisch an der Seite aller Opfer dieses Krieges. Es ist kein Widerspruch, ein Ende des iranischen Regimes zu fordern und gegen den völkerrechtswidrigen Militärangriff der USA und Israels zu sein. Bomben und Raketen führen – wie sich auch immer deutlicher zeigt – nicht zu einer Verbesserung der Lage der Menschen im Iran.

Wir kritisieren insbesondere die Rolle der deutschen Regierung in dem Konflikt: Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Wadephul (beide CDU) rechtfertigen den offenen Völkerrechtsbruch und unterstützen den Krieg. Stattdessen sollte die Bundesregierung dem Beispiel Spaniens folgen und sich klar gegen den Krieg von Trump und Netanjahu stellen, indem sie den US-Truppen Infrastruktur, Überflugrechte und Logistik verwehren. Die Bundesregierung muss diplomatische Initiativen für ein Ende des Krieges ergreifen und Sanktionen – etwa einen Stopp deutscher Rüstungsexporte – gegen die angreifenden Staaten erlassen.

Was: Vor dem Bundeskanzleramt wird ein als Friedrich Merz verkleideter Aktivist mit blutverschmierten Schuhen symbolisch auf dem Völkerrecht (einem großen Transparent mit entsprechender Aufschrift) stapfen. Nach einer Weile wird er von Demonstrierenden von dem Transparent gezerrt, die sich danach mit Bannern und Schildern gegen den Krieg aufbauen.

Dazu wird es einige Reden geben u.a. zu:

  • Der völkerrechtlichen Situation
  • Den humanitären Folgen des Krieges

Wir bitten auf das Mitbringen von National- und Territorialfahnen zu verzichten und freuen uns auf eine ruhige Versammlung mit ausdifferenzierten und sachlichen Antikriegspositionen!

Mach mit und komm zur Kundgebung!

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Michael Schulze von Glaßer (pol. Geschäftsführer der DFG-VK): svg@dfg-vk.de

Die Aktion wird organisiert und durchgeführt von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, den Naturfreunden Deutschlands, der IDK, der IPPNW, dem Netzwerk Friedenskooperative und Ohne Rüstung Leben.

Kategorie: Aktuelle Kriegsgebiete, Kriege & Konflikte, Pazifismus und Antimilitarismus, Stoppt den Waffenhandel, Theorie & Praxis, Waffen & Rüstung, Zivile Konfliktlösung Stichworte: Donald Trump, Iran, Israel, USA

11.03.2026

Ausgebürgert – Dr. Margot Käßmann zur EKD-Friedensdenkschrift

Ausgebürgert

Bei einem Gespräch in Ostdeutschland über die neue Friedensdenkschrift der EKD hieß es: Die evangelische Kirche hat die Friedensbewegung schlicht ausgebürgert. Das klingt enttäuscht – und ich teile die Enttäuschung. Zwar ist in der Denkschrift die Rede vom „gerechten Frieden“, wie sie sich in evangelischer und katholischer Kirche anstelle der vom „gerechten Krieg“ durchgesetzt hat. Auf vielen, etliche Argumente abwägenden Seiten wird das ebenso erläutert wie die aktuellen Herausforderungen. Allerdings wird der „Schutz vor Gewalt“ angesichts des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine zum zentralen Motiv der Einschätzung gemacht. Theologisch ist vor allem die Rede davon, dass der Mensch nun einmal sündig sei und die Welt eine unerlöste.

Auf dieser Grundlage werden im wesentlich kürzeren konkreten Teil die derzeitige Aufrüstung und eine Wehrpflicht befürwortet. Ob Waffenlieferungen ethisch geboten sind, müsse durch Güterabwägung entschieden werden (S. 121). Sollten sie erfolgen, seien die Kriterien rechtserhaltender Gewalt anzuwenden (S. 16). Aus „ethischer wie völkerrechtlicher Perspektive“ … könne sogar … „eine präventive militärische Reaktion gerechtfertigt sein.“ (S. 116). Das öffnet meines Erachtens Willkür Tür und Tor.

Drei besonders gewichtige Beispiele für meine Enttäuschung will ich benennen:

1.Pazifismus

Zwar wird erklärt, Gewaltfreiheit sei ein ethischer Grundsatz für Christinnen und Christen, „der nicht an politische Zweckmäßigkeiten geknüpft ist. Dennoch ist Gewaltverzicht nicht in jeder Lage zwingend“ (S. 19). Weiter: „Christlicher Pazifismus ist als allgemeine politische Theorie ethisch nicht zu begründen. Er ist aber als Ausdruck individueller Gewissensentscheidung zu würdigen. Christlicher Pazifismus ist Ausdruck gelebter Frömmigkeit.“ Damit wird Pazifismus in der Tat abgeschoben ins Private.

2.Atomwaffen

Zwar wird erklärt, eine Ächtung von Atomwaffen sei ethisch geboten. Dennoch heißt es: „Der Besitz von Nuklearwaffen kann aber angesichts der weltpolitischen Verteilung dieser Waffen trotzdem politisch notwendig sein“ (S. 15). Das ist für mich angesichts der Potenziale der Massenvernichtungswaffen aus christlicher Perspektive nicht nachvollziehbar.

3.Wehrpflicht

Zwar wird erklärt, dass in der DDR die Totalverweigerung und der Dienst als Bausoldaten die deutlicheren christlichen Zeugnisse waren. Doch dann heißt es, das 5. Gebot beziehe sich “nicht auf das Töten im Krieg oder etwa das Töten aus Notwehr“ (S. 125). Vielmehr werde ein „Töten ohne Rechtsgrundlage“ abgewehrt (ebd.). Plädiert wird für eine „übergreifende Dienstpflicht“, wobei dem Dienst innerhalb oder außerhalb des Militärdienstes kein Vorrang gegeben wird. Ein Gebot nach Lage zu relativieren, erscheint mir höchst fraglich – das könnte ja sonst auch für alle anderen Gebote geltend gemacht werden.

Für mich ist damit eine große Chance verpasst, in Zeiten massiver Aufrüstung glasklar für Abrüstung zu plädieren. Die Chance, den Pazifismus aus christlicher Überzeugung und auf Grundlage des Evangeliums wieder in die Debatte in der Mitte der Gesellschaft zu bringen. Die Chance, eine Ächtung atomarer Waffen und die Forderung nach einem Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Die Chance, deutlich zu machen, dass es nicht um Wehrpflicht geht, sondern um die Verpflichtung zum Kriegsdienst, dem gegenüber die Verweigerung in der Tat das deutlichere christliche Zeichen ist. Da ist die Lehre Jesu glasklar.

Gegen Ende des Textes werden Friedensinitiativen durchaus gewürdigt, doch als Ermutigung der Friedensbewegung lässt sich die Denkschrift nicht wirklich lesen. Traurig. Gerade in diesen Zeiten könnte die evangelische Kirche eine starke, klare Stimme für den Frieden und den Abbau von Feindbildern sein, wie sie es in den 80er-Jahren in Deutschland Ost und West war. Diese Chance ist vertan. Hoffnung macht, dass es sie noch gibt, die vielen kleinen Friedensinitiativen und aktiven Kirchengemeinden …

Zitiert wurde nach: Evangelische Kirche in Deutschland (Hrsg.): Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2025.

Dr. Margot Käßmann ist ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Mitglied der DFG-VK.

Dieser Kommentar erscheint in der ZivilCourage, Ausgabe 1/2026.

Für Nachfragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel,
verantwortlicher Redakteur der ZivilCourage:
zc@dfg-vk.de

Kategorie: Kriege & Konflikte, Pazifismus und Antimilitarismus, Theorie & Praxis, Zivile Konfliktlösung Stichworte: EKD, Friedensdenkschrift, Käßmann, Pazifismus

02.03.2026

Iran-Krieg: Forderungen an die Bundesregierung

Mitten in Verhandlungen haben die USA und Israel den Iran angegriffen. Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) protestiert gegen den völkerrechtswidrigen Krieg und stellt auch konkrete Forderungen an die Bundesregierung.

Noch während erfolgsversprechende Verhandlungen mit den USA liefen, haben diese – gemeinsam mit Israel – seit Samstagmorgen militärische Angriffe auf den Iran begonnen. Die Lage ist – wie in jedem Krieg – unübersichtlich, es sind viele Falschinformationen im Umlauf und Medienberichte überschlagen sich.

Noch umfassender als schon im Juni 2025 haben Israel und die USA den Iran angegriffen. Es gibt Berichte über Tote und Verletzte – neben der klerikal diktatorischen iranischen Staats- und Militärführung sollen auch Zivilist*innen und Kinder unter den Opfern sein. Während Teile der iranischen Zivilbevölkerung – verständlicherweise – den Sturz der Führungsebene feiern, sind sie gleichzeitig einem Hagel von Bomben und Raketen ausgesetzt: „Wir verurteilen das Massaker der letzten Monate an zehntausenden Regimegegnerinnen und -gegnern. Aber Chamenei hätte der Prozess gemacht werden müssen, statt ihn zu ermorden und damit für viele Gläubige zum Märtyrer zu machen. Es ist kein Widerspruch ein Ende des iranischen Regimes zu fordern und gegen den völkerrechtswidrigen Militärangriff der USA und Israels zu sein. Uns empört, dass die Bundesregierung nicht den Angriff, sondern nur die Gegenschläge Irans kritisiert“, hält Thomas Carl Schwoerer, Bundessprecher der DFG-VK, fest.

Die von den angreifenden Staaten USA und Israel öffentlich kolportierte Strategie der iranischen Zivilgesellschaft durch den Enthauptungsschlag die Möglichkeit zu geben die Macht zu ergreifen ist hochriskant: „Gewaltsame Regimewechsel von außen sind bereits im Irak und in Afghanistan gescheitert. Wissenschaftliche Studien belegen, dass gewaltfreie Umbrüche eine wesentlich höhere Chance auf Erfolg haben als gewaltsame. Gewaltfreier Widerstand eröffnet die deutlich größere Chance auf demokratische Strukturen im Land nach Kriegsende. Das Regime hätte gemäß den Vorschlägen von Navid Kermani noch mehr international zum Paria wie damals das Apartheid-Südafrika gemacht werden müssen, statt Krieg zu führen“, so Schwoerer. Zudem wälze US-Präsident Donald Trump den Erfolg oder Misserfolg des Militäreinsatzes auf die in Angst vor dem Regime und den Bomben lebende Zivilbevölkerung ab: „Wir stehen empathisch an der Seite aller zivilen Opfer dieses Krieges“, so der DFG-VK-Sprecher. Trump spricht von einer vierwöchigen Dauer des Krieges. Der gesamten Region des Nahen und Mittleren Ostens droht ein Flächenbrand.

Der Konflikt zwischen den westlichen Mächten und dem Iran schwelt schon seit Jahrzehnten. In den letzten Jahren hatte er sich aber zunehmend verschärft, nachdem US-Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit 2018 aus dem Iran-Atomabkommen (dem „Joint Comprehensive Plan of Action“) ausgestiegen ist. Das Abkommen, welches 2015 nach zwölfjährigen Verhandlungen vom Iran, von China, Frankreich, Deutschland, der EU, Russland, Großbritannien und den USA unterzeichnet wurde, billigte dem Iran eine eingeschränkte und streng überwachte zivile Nutzung der Atomkraft zu, untersagte aber eine militärische Nutzung: „Der Vertrag war nicht perfekt, hat den Konflikt aber deutlich entschärft“, so Thomas Carl Schwoerer von der DFG-VK. Gemeinsam mit weiteren Organisationen hatte der Verband gegen die Kündigung des Abkommens und einen schon damals drohenden Iran-Krieg demonstriert. Nach dem Ausstieg der USA und der weiteren aggressiven Regierungsführung der Regierung Netanjahu in Israel verschärfte sich der Ton: „Der Krieg zeigt einmal mehr, wohin die Politik extrem rechter Machthaber führt: In einen Krieg! Sowohl in den USA, als auch in Israel und im Iran führen politisch extrem rechte Politiker die jeweilige Regierung“, hält Schwoerer fest. Die DFG-VK ruft alle Seiten dazu auf die Waffen niederzulegen.

Konkret von der Bundesregierung fordert die DFG-VK:

  • Eine deutliche Verurteilung der völkerrechtswidrigen Angriffe der USA und Israels
  • Diplomatische Initiativen, um den Krieg schnellstmöglich zu beenden
  • Keine Unterstützung für die Angriffe auf den Iran beispielsweise durch die Bereitstellung von Infrastruktur, Überflugrechten und Logistik für US-Truppen
  • Den Stopp der Waffenexporte an die USA und Israel sowie generell in die Krisen- und Kriegsregion des Nahen- und Mittleren Ostens
  • Ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Militär der USA und Israels
  • Sanktionen gegen die angreifenden Staaten sowie kein Kauf von Militärmaterial aus den USA (etwa F-35-Kampfjets) und aus Israel durch das deutsche Verteidigungsministerium
  • Einen Stopp aller Abschiebungen in den Iran und umliegende Staaten
  • Schutz und Asyl in Deutschland und der EU für alle, die sich dem Krieg entziehen wollen

Für Interviews oder bei Nachfragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Thomas Carl Schwoerer (Bundessprecher): schwoerer@dfg-vk.de

Michael Schulze von Glaßer (pol. Geschäftsführer der DFG-VK): svg@dfg-vk.de

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 2. März 2026

Kategorie: Aktuelle Kriegsgebiete, Kriege & Konflikte, Pazifismus und Antimilitarismus, Stoppt den Waffenhandel, Theorie & Praxis, Waffen & Rüstung, Zivile Konfliktlösung Stichworte: Donald Trump, Iran, Israel, USA

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