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Bundeswehr

26.08.2026

DFG-VK fordert Gamescom ohne Bundeswehr 

Im Krieg gibt es keinen Respawn!

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) kritisiert die Präsenz der Bundeswehr auf der Computerspielmesse Gamescom. Christoph Tophoven, Aktiver der DFG-VK Gruppe Köln findet: „Soldat*in ist kein normaler Beruf. Wer zur Bundeswehr geht, wird dazu ausgebildet zu töten und riskiert selbst verwundet oder getötet zu werden. Eine Ansprache von Kindern und Jugendlichen in verharmlosender Gaming-Sprache vermittelt einen völlig falschen Eindruck vom Dienst an der Waffe, ist unangemessen und verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention und ergänzenden Fakultativprotokollen. Die Zahl der Minderjährigen in der Bundeswehr ist letztes Jahr auf 3.121 gestiegen. Ein neuer Höchststand. Das finden wir grundfalsch!“

Seit 2009 nutzt die Bundeswehr die Gamescom in Köln als Recruiting-Plattform. Mit gezieltem Gaming-Jargon und einer verfälschten Darstellung des Militärdienstes buhlt sie um die Gunst eines jungen Publikums. In früheren Jahren warb die Bundeswehr mit Slogans wie „Multiplayer at its best“, „Mehr Open World geht nicht“, „Entwickle deinen Skill-Tree“ oder „Camper oder Kamerad?“. Damit, so Tophoven „rücken Abenteuer und Gemeinschaftssinn in den Vordergrund – während die tödliche Realität des Dienstes an der Waffe konsequent ausgeblendet wird. Das ist eine schamlose Verharmlosung von Krieg und Streitkräften!“ 

Letztes Jahr gab die Bundeswehr über 250.000 € für den Stand, Logistik und Werbematerialien aus – Personalkosten für die Standbetreuung mit 32 Personen nicht eingerechnet.

Die DFG-VK startet zum Messestart eine Petition um Unterstützer*innen dafür zu sammeln, dass die Gamescom in Zukunft ohne Bundeswehr stattfindet. Auch die Teilnahme von Bundesnachrichtendienst und Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und Airbus Defence and Space wird im Aufruf kritisiert. Wer die Petition unterschreiben möchte, kann das hier tun: https://dfg-vk.de/gamescom-ohne-bundeswehr

Am Freitag (28. August 2026) und Samstag (29. August 2026) werden Aktive der DFG-VK vor der Kölner Messe (Eingang Süd/Bahnhof Deutz) gegen die Präsenz der Bundeswehr protestieren und junge Menschen über ihr Grund- und Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aufklären.

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 26. August 2026

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Bundessprecher/Referent der DFG-VK): pletsch@dfg-vk.de
+49176/57933842

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Pressemitteilung, Rekrutierung der Bundeswehr Stichworte: Bundeswehr, Computerspiele, gamescom, Gaming, Rekrutierung, unter18nie!

24.08.2026

Gamescom ohne Bundeswehr – Kein Werben fürs Sterben!

Seit 2009 nutzt die Bundeswehr die Gamescom in Köln als Recruiting-Plattform. Mit gezieltem Gaming-Jargon und einer verfälschten Darstellung des Militärdienstes buhlt sie um die Gunst eines jungen Publikums. Slogans wie „Multiplayer at its best“, „Mehr Open World geht nicht“, „Entwickle deinen Skill-Tree“ oder „Camper oder Kamerad?“ rücken Abenteuer und Gemeinschaftssinn in den Vordergrund – während die tödliche Realität des Dienstes an der Waffe konsequent ausgeblendet wird. Das ist eine schamlose Verharmlosung von Krieg und Streitkräften!

Die Marketingoffensive zielt bewusst auf Kinder und Jugendliche ab – mit erschreckendem Erfolg. Im Jahr 2025 traten 3.131 minderjährige Rekrut*innen ihren Dienst bei der Bundeswehr an.

  • Verstoß gegen UN-Standards: Die Vereinten Nationen (UN-Kinderrechtsausschuss) sowie internationale NATO-Partner kritisieren Deutschland seit Jahren scharf dafür, dass die Bundeswehr weiterhin unter 18-Jährige rekrutiert.
  • Streitkräfte sind kein sicheres Umfeld für Minderjährige: Das haben Skandale mit sexueller Gewalt, Rechtsextremismus, Alkoholexzessen und Drogenmissbrauch gezeigt.

Unsere Forderungen

Die gezielte Beeinflussung junger Menschen für den Militärdienst und die Romantisierung von Kriegseinsätzen muss aufhören! Die Gamescom sollte eine Plattform für digitale Kultur und Spielspaß sein – nicht für Aufrüstung und Militär.

Deshalb fordern wir eine Gamescom ohne Bundeswehr. Auch Rüstungsunternehmen und Geheimdienste sollte hier keinen Platz haben.

Jetzt Aktiv Werden!

Wenn auch du eine Gamescom 2027 ohne Militär-Rekrutierung, Geheimdienste und Rüstungsindustrie willst, unterstütze unsere Petition.

Gamescom ohne Bundeswehr – Kein Werben fürs Sterben!

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Gamescom ohne Bundeswehr – Kein Werben fürs Sterben! Seit 2009 nutzt die Bundeswehr die Gamescom in Köln als Recruiting-Plattform. Mit gezieltem Gaming-Jargon und einer verfälschten Darstellung des Militärdienstes buhlt sie um die Gunst eines jungen Publikums. Slogans wie „Multiplayer at its best“, „Mehr Open World geht nicht“, „Entwickle deinen Skill-Tree“ oder „Camper oder Kamerad?“ rücken Abenteuer und Gemeinschaftssinn in den Vordergrund – während die tödliche Realität des Dienstes an der Waffe konsequent ausgeblendet wird. Das ist eine schamlose Verharmlosung von Krieg und Streitkräften!

Die Marketingoffensive zielt bewusst auf Kinder und Jugendliche ab – mit erschreckendem Erfolg. Im Jahr 2025 traten 3.131 minderjährige Rekrut*innen ihren Dienst bei der Bundeswehr an.

→Verstoß gegen UN-Standards: Die Vereinten Nationen (UN-Kinderrechtsausschuss) sowie internationale NATO-Partner kritisieren Deutschland seit Jahren scharf dafür, dass die Bundeswehr weiterhin unter 18-Jährige rekrutiert.

→Streitkräfte sind kein sicheres Umfeld für Minderjährige: Das haben Skandale mit sexueller Gewalt, Rechtsextremismus, Alkoholexzessen und Drogenmissbrauch gezeigt.

Unsere Forderungen

Die gezielte Beeinflussung junger Menschen für den Militärdienst und die Romantisierung von Kriegseinsätzen muss aufhören! Die Gamescom sollte eine Plattform für digitale Kultur und Spielspaß sein – nicht für Aufrüstung und Militär.

Deshalb fordern wir eine Gamescom ohne Bundeswehr. Auch Rüstungsunternehmen und Geheimdienste sollte hier keinen Platz haben.

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Wenn auch du eine Gamescom 2027 ohne Militär-Rekrutierung, Geheimdienste und Rüstungsindustrie willst, unterstütze unsere Petition.

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Die Unterschriften werden wir im Frühjahr 2027 den Veranstaltern übergeben.

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Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Kriegsdienstverweigerung, Pazifismus und Antimilitarismus, Rekrutierung der Bundeswehr, Theorie & Praxis Stichworte: Aufrüstung, Bundeswehr, Bundeswehr-Werbung, gamescom, Kriegsdienstverweigerung, Rekrutierung

21.07.2026

DFG-VK kritisiert Statistik zu Kriegsdienstverweigerungen: „Wir haben ein Messstellenproblem“ – Bundeswehr meldet 9.477 Anträge bis Ende Juni 2026

Offizielle BAFzA-Zahlen unterschätzen die tatsächliche Zahl der Anträge deutlich

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) begrüßt die große Aufmerksamkeit für die steigende Zahl der Kriegsdienstverweigerungen. Die aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), über die unter anderem die Tagesschau berichtet, zeigen zwar einen deutlichen Anstieg. Sie bilden die tatsächliche Entwicklung jedoch nur unvollständig ab.

Der Grund liegt im Erhebungsverfahren: Anträge auf Kriegsdienstverweigerung werden zunächst beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) gestellt. Erst wenn diese an das BAFzA weitergeleitet werden, tauchen sie in dessen Statistik auf. Zwischen Antragseingang bei der Bundeswehr und der Erfassung beim BAFzA können Wochen oder sogar Monate liegen. Gerade in Zeiten stark steigender Antragszahlen führt dies dazu, dass die veröffentlichten BAFzA-Zahlen deutlich hinter den tatsächlichen Antragseingängen zurückbleiben.

„Wir haben inzwischen ein Messstellenproblem“, sagt Marius Pletsch, Bundessprecher der DFG-VK. „In der öffentlichen Debatte werden meist ausschließlich die Zahlen des BAFzA genannt. Tatsächlich spiegeln diese aber nicht wider, wie viele Menschen sich aktuell für eine Kriegsdienstverweigerung entscheiden. Sie zeigen lediglich, wie viele Anträge bereits den Weg durch die Bundeswehr bis zum BAFzA genommen haben.“

Dass dies zu erheblichen Verzerrungen führt, zeigt der Vergleich der Behördenzahlen. Die Bundeswehr verzeichnet regelmäßig deutlich mehr eingegangene Anträge als später beim BAFzA in der Statistik erscheinen, weil dort auch diejenigen Verfahren mitgezählt werden, die noch nicht weitergeleitet wurden. Dadurch entsteht in der Öffentlichkeit ein unvollständiges Bild über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsdienstverweigerung. In der aktuellen Berichterstattung werden die Zahlen des BAFzA aufgegriffen. Demnach sind im ersten Halbjahr 2026 5.862 Anträge eingegangen. Auf eine aktuelle Anfrage der DFG-VK beim BAPersBw antwortete ein Sprecher der Bundeswehr in Köln, dass bis zum 30. Juni 2026 bereits 9.477 Anträge eingegangen seien.

Bereits bei den Jahreszahlen 2025 war dieses Problem sichtbar. Die vom BAFzA veröffentlichten Werte umfassten nur die bis zum Jahresende an das Amt weitergeleiteten Anträge. Zahlreiche Ende 2025 bei der Bundeswehr eingegangene Anträge wurden jedoch erst im Laufe des Jahres 2026 an das BAFzA übermittelt und erscheinen deshalb nicht mehr in der Statistik des eigentlichen Antragsjahres. Die DFG-VK hatte bereits damals auf diese Verzerrung hingewiesen.

„Für eine sachliche Debatte braucht es belastbare Zahlen“, so Pletsch weiter. „Wenn Politik und Medien ausschließlich auf die BAFzA-Statistik schauen, wird die tatsächliche Entwicklung systematisch unterschätzt. Das wird weder den Betroffenen noch der politischen Bedeutung der steigenden Kriegsdienstverweigerungen gerecht.“

Die DFG-VK fordert die Bundesregierung deshalb auf, künftig transparent zwischen den verschiedenen Erfassungsstufen zu unterscheiden. Veröffentlicht werden sollten sowohl die Zahl der bei der Bundeswehr eingegangenen Anträge als auch die Zahl der an das BAFzA weitergeleiteten und dort bearbeiteten Verfahren. Nur so lässt sich nachvollziehen, wie viele Menschen tatsächlich von ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen.

Unabhängig von der statistischen Verzerrung zeigt sich ein eindeutiger Trend: Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen den Dienst an der Waffe. Angesichts der politischen Debatten über Wehrpflicht, Musterungen und Aufrüstung ist dies ein deutliches Signal, dass viele Menschen militärische Zwangsdienste ablehnen und ihr Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung wahrnehmen.

Die DFG-VK unterstützt Betroffene bei der Kriegsdienstverweigerung mit hunderten ehrenamtlichen Berater*innen.
Mehr Informationen unter: www.verweigern.info

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 21. Juli 2026

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Bundessprecher/Referent der DFG-VK): pletsch@dfg-vk.de
+49176/57933842

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemitteilung Stichworte: Bundeswehr, KDV, KDV-Zahlen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemeldung

14.07.2026

Zahl der Verweigerungen steigt deutlich an

Starker Anstieg der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung im ersten Halbjahr 2026

Hinweis: Eine Nachfrage beim Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr ergab, dass bis zum 30. Mai 2026 sogar 7.897 KDV-Anträge bei ihnen eingegangen sind, noch nicht alle wurden an das zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weitergeleitet. In unserem folgenden Artikel werden nur die Zahlen der KDV-Anträge genannt, die bereits beim BAFzA zur Entscheidung vorliegen. Die tatsächlich Zahl liegt allerdings, wie beschrieben, höher.

Immer mehr Menschen machen von ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) berichtet, wurden allein im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 5.862 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt.

Damit liegt die Zahl bereits zur Jahresmitte deutlich über den Gesamtwerten des Jahre 2024. Allerdings, anders als berichtet, noch nicht über den Zahlen des Jahres 2025. Hier wurden 7.691 Anträge eingereicht. Hierbei wurden nur die eingegangen Anträge beim BAFzA und nicht beim Personalamt der Bundeswehr gezählt. Trotzdem werden die KDV-Anträge aus 2026 den Rekordwert aus 2025 bis zum Ende des Jahres deutlich übersteigen.

Selbst der Wert aus dem Jahr 2011, als die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt wurde, ist mit 4.348 Anträgen inzwischen überschritten.

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Bundesregierung den Ausbau der Bundeswehr vorantreibt und erneut intensiv einen neuen Kriegsdienst vorbereitet. Verteidigungsminister Boris Pistorius verfolgt das Ziel, die Bundeswehr personell deutlich zu vergrößern. Zugleich müssen seit diesem Jahr alle 18-jährigen Männer einen Fragebogen zu ihrer Bereitschaft zum Kriegsdienst ausfüllen.

Für die DFG-VK sind die steigenden Zahlen ein deutliches Signal: Viele Menschen setzen sich angesichts der aktuellen politischen Debatten bewusst mit ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung auseinander und entscheiden sich gegen den Dienst an der Waffe.

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht und in Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes verankert. Gerade in Zeiten zunehmender Militarisierung ist es wichtig, dass dieses Recht bekannt bleibt und uneingeschränkt geschützt wird.

Die DFG-VK unterstützt Menschen, die den Kriegsdienst verweigern möchten. Wer Fragen zum Verfahren der Kriegsdienstverweigerung hat oder Unterstützung benötigt, findet auf den Internetseiten (www.verweigern.info) der DFG-VK umfangreiche Informationen sowie Ansprechpartner*innen.

Die DFG-VK wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung uneingeschränkt erhalten bleibt und alle Menschen ihr Recht ohne Hürden wahrnehmen können.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
+491578/3452092

Kategorie: Anti-Militarisierung, Atomwaffen abschaffen, Pressemitteilung, Waffen & Rüstung Stichworte: Bundeswehr, KDV, KDV-Zahlen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemeldung

09.07.2026

Friedensbewegung lehnt Tomahawk-Kauf ab: Mehrheit in Deutschland spricht sich für Rüstungskontroll-Initiativen aus

Bonn, 9. Juli 2026 – Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ kritisiert den beim NATO-Gipfel vereinbarten Kauf von US-Tomahawk-Marschflugkörpern.

Vor zwei Jahren (am 10. Juli 2024) wurde die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland angekündigt. Der damalige US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz gaben die Vereinbarung offiziell bekannt. Zwar hat Donald Trump die Stationierung im Mai diesen Jahres abgesagt, doch nun kauft die Bundesregierung eigene landgestützte Mittelstreckenwaffen. Auch gibt es mehrere Projekte für die Entwicklung eigener Waffensysteme mit europäischen Partnern. Mit dem Erwerb und der Eigenentwicklung von landgestützten Mittelstreckenwaffen treibt die Bundesregierung ein teures und gefährliches Wettrüsten voran. Eine Verbreitung der Erstschlagwaffen erhöht wegen der kurzen Vorwarnzeit das Risiko von Fehleinschätzungen und einer militärischen Eskalation.

Dabei sprechen sich 54 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage für Initiativen der Bundesregierung zur Begrenzung von landgestützten Mittelstreckenwaffen aus. Die von mehr als 50 Gruppen der Friedensbewegung getragene Kampagne hat die Umfrage bei dem Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegebenen. Die Zustimmung war bei Personen, die angaben, bei der Bundestagswahl 2025 die Parteien Bündnis 90/Die Grünen (69 %), CDU/CSU (64 %) sowie SPD (64 %) gewählt zu haben, überdurchschnittlich hoch. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Menschen sich von der deutschen Politik ein größeres Engagement für die Begrenzung der Waffen wünschen.

„Dieses Ergebnis gibt uns unserer Kampagne Rückenwind und zeigt, dass wir mit unserer Forderung nach neuen Rüstungskontrollinitiativen für landgestützte Mittelstreckenwaffen in Europa die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns haben. Im Zuge der ‚Zeitenwende‘ darf Rüstungskontrolle als ein wichtiger Pfeiler für umfassende Sicherheit nicht aus dem Blick geraten! Es braucht dringend Auswege aus gesellschaftlich teuren Rüstungsspiralen und einer militärischen Logik, die eine falsche Sicherheit suggerieren.“, sagt Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne.

Die Kampagne hat im Dossier „Rückkehr der Mittelstreckenwaffen“ der Fachzeitschrift Wissenschaft & Frieden Möglichkeiten aufgezeigt, wie solche Initiativen aussehen könnten: Zunächst braucht es eine Reaktivierung vertrauensbildender Maßnahmen durch Stärkung und Ausbau direkter Kommunikationskanäle zwischen den Konfliktparteien sowie gegenseitige Einblicke in Stationierungsorte und Bewaffnung. Im weiteren Verlauf sollten diese im Rahmen neuer Transparenz- und Verifikationsregime formalisiert und für die Beteiligten nachprüfbar werden. Letztlich müssen jedoch neue, idealerweise multilateralen Verträge zur Begrenzung von Mittelstreckenwaffen als Nachfolgeprozess zum 2019 gekündigten INF-Vertrag (Intermediate-Range Nuclear Forces) angestoßen werden.

Mit der Kritik und der Forderung nach einem stärkeren Engagement der Bundesregierung ist die Kampagne nicht alleine. Das kürzlich erschienene Friedensgutachten empfiehlt: „Deutschland sollte ein Stationierungsmoratorium für neue landgestützte Raketen im ehemaligen INF-Reichweitenbereich anstreben, verbunden mit reziproken Transparenzmaßnahmen.“
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte auf seinem Bundeskongress 2026 eine Stationierung von Mittelstreckenwaffen, da durch sie „eine gefährliche Dynamik“ drohe und – anders als noch beim NATO-Doppelbeschluss von 1979 – „keinerlei Angebot an Russland für Abrüstungs- und Rüstungskontrollverhandlungen“ gemacht wurden. Durch eine Stationierung würde „keine Perspektive auf ein Nachfolgeabkommen zum inzwischen aufgekündigten INF-Vertrag“ eröffnet, so der DGB-Beschluss.

Weitere Informationen zur Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ finden Sie unter: friedensfaehig.de.

Fragestellung: „Der INF-Vertrag war ein bilaterales Rüstungskontrollabkommen zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion bzw. dem späteren Russland. Seit 1987 verbot er beiden Seiten die Entwicklung, den Besitz und die Stationierung landgestützter Mittelstreckenwaffen. Im Jahr 2019 erklärten die USA ihren Austritt aus dem Vertrag und begründeten diesen mit dem Vorwurf, Russland habe gegen den Vertrag verstoßen. Russland wies diesen Vorwurf zurück und erklärte seinerseits, sich ebenfalls nicht mehr an den Vertrag gebunden zu fühlen. Seitdem gibt es kein entsprechendes Abkommen mehr. Würden Sie es befürworten oder ablehnen, wenn sich die Bundesregierung für neue internationale Vereinbarungen zur Begrenzung landgestützter Mittelstreckenwaffen einsetzen würde?“
15 % lehnten eine solche Initiative ab. 31 % der Befragten gaben „Weiß nicht“ an.


Kontakt: 
Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne, „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“, Mobil 0162 2057943

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
+491578/3452092

Kategorie: Anti-Militarisierung, Atomwaffen abschaffen, Pressemitteilung, Waffen & Rüstung Stichworte: Bundeswehr, KDV, KDV-Zahlen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemeldung

08.07.2026

30 Jahre IGH-Gutachten zu Atomwaffen – 55 Prominente fordern: „Atomare Abrüstung darf kein leeres Versprechen bleiben“

Pressemitteilung des Aktionsbündnis Atomwaffenfrei.jetzt – 7. Juli 2026

55 prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft haben heute einen gemeinsamen Offenen Brief an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag veröffentlicht. Sie fordern neue politische Initiativen für nukleare Abrüstung, die Stärkung des Völkerrechts und die Vorbereitung eines deutschen Beitritts zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag.

Zu den Erstunterzeichnenden gehören unter anderem Gernot Erler (Staatsminister a.D.), Brigitte Lösch (ehem. Vize-Landtagspräsidentin), Michaela Wiezorek (Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen), der Schauspieler Kai Schumann, die deutsch-französische Band „Zweierpasch“ sowie Phon van den Biesen (Co-Präsident der internationalen Juristenorganisation IALANA), der EKD-Friedensbeauftragte Friedrich Kramer und die Friedensforscherin Dr. Christine Schweitzer.

„Die Gefahr eines Atomkriegs ist heute wieder so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gerade deshalb dürfen die völkerrechtlichen Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung nicht in Vergessenheit geraten“, betont Dr. Inga Blum, Co-Vorsitzende der Internationalen Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) und ebenfalls Erstunterzeichnende.

Anlass für den Offenen Brief ist der 30. Jahrestag eines wegweisenden Gutachtens des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (IGH) zur Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen. Am 8. Juli 1996 stellte der IGH fest, dass die Drohung mit und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen die Regeln des humanitären Völkerrechts verstoßen.

Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen sehen die Unterzeichnenden darin einen unvermindert gültigen politischen Auftrag. Sie erinnern daran, dass Atomwaffen Massenvernichtungswaffen mit unkontrollierbaren humanitären Folgen sind und dass sich alle Vertragsstaaten des Vertrags zur Nichtverbreitung von Atomwaffen verpflichtet haben, ernsthafte Verhandlungen über vollständige nukleare Abrüstung zu führen.

„Das Versprechen, Atomwaffen weltweit zu ächten und abzuschaffen, muss eingelöst werden!“, betonen die Unterzeichnenden des Offenen Briefes. Sie appellieren daher an Bundesregierung und Bundestag, sich entschieden für nukleare Rüstungskontrolle und die Stärkung des Völkerrechts einzusetzen.

Der Offene Brief an die Bundesregierung und den Bundestag wurde initiiert und organisiert vom „Aktionsbündnis atomwaffenfrei.jetzt“ – einem Netzwerk von rund 80 deutschen Friedensorganisationen und ‑gruppen – in Kooperation mit ICAN Deutschland.

Ab sofort ist der Brief drei Wochen lang zur allgemeinen Unterzeichnung offen unter: https://nuclearban-tour.de/nuclearban-tour/30-jahre-igh/

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) ist Mitglied des Aktionsbündnis atomwaffenfrei.jetzt.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
+491578/3452092

Kategorie: Anti-Militarisierung, Atomwaffen abschaffen, Pressemitteilung, Waffen & Rüstung Stichworte: Bundeswehr, KDV, KDV-Zahlen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemeldung

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