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Allgemein

08.06.2026

Frieden machen mit Friedenslogik – Vortrag und Workshop mit Hanne-Margret Birckenbach

Wie können wir gesellschaftliche Sicherheit stärken und Frieden nachhaltig gestalten – jenseits militärischer Antworten? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Sonntag, den 21. Juni 2026, eine gemeinsame Veranstaltung der AG Friedenslogik im DFG-VK Bundesverband, des DFG-VK Landesverbands Hessen sowie des Alois-Stoff-Bildungswerks der DFG-VK NRW in Kassel.

Die aktuellen Kriege in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten sowie die zunehmende Militarisierung in Europa zeigen: Statt immer weiterer Aufrüstung braucht es Konzepte, die auf Dialog, Prävention und gesellschaftliche Stärke setzen. Genau hier setzt das wissenschaftlich fundierte Konzept der Friedenslogik an, das Prof. em. Dr. Hanne-Margret Birckenbach in Vortrag und Workshop vorstellen wird.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie friedenslogisches Denken und Handeln praktisch angewendet werden kann – sowohl in politischen Debatten als auch im Alltag der Friedensbewegung. Der anschließende Workshop widmet sich insbesondere der aktuellen Debatte um die Wehrpflicht und der Frage, wie friedenslogisch argumentiert und Dialogfähigkeit gestärkt werden kann.

Die Veranstaltung richtet sich an DFG-VK-Mitglieder, Friedensaktive und alle Interessierten, die Alternativen zur militärischen Sicherheitslogik kennenlernen und gemeinsam Methoden des „Friedenmachens“ erarbeiten möchten. Neben inhaltlicher Weiterbildung steht auch die Vernetzung innerhalb und außerhalb der Friedensbewegung im Mittelpunkt.

Ablauf

11:00 Uhr – Vortrag „Friedenslogik verstehen – friedensfähig werden!“
Eintritt frei

13:00 Uhr – Mittagsimbiss für Workshopteilnehmer:innen

13:45 Uhr – Workshop „Nein zur Wehrpflicht – friedenslogisch argumentieren. Dialogfähigkeit stärken!“
Teilnahmebeitrag: 25 Euro inkl. Mittagsimbiss
Anmeldung bis 15.06.2026 an: friedenslogik@dfg-vk.de

17:30 Uhr – Ende der Veranstaltung

Ort

Café Buchoase
Germaniastraße 14
34119 Kassel

Prof. em. Dr. Hanne-Margret Birckenbach ist Trägerin des Göttinger Friedenspreises 2023 und forscht seit vielen Jahren zu Friedens- und Konfliktforschung, Menschenrechtspolitik und internationalen Organisationen.

Unterstützt durch:

Anmeldung Workshop inkl. Mittagsimbiss (25,-€):

Mail: friedenslogik@dfg-vk.de

Kategorie: Allgemein, Theorie & Praxis, Zivile Konfliktlösung Stichworte: friedenslogik

08.06.2026

Proteste gegen den „Tag der Bundeswehr“: Kriegsgegner*innen setzen Zeichen gegen Militarisierung

Am 6. Juni 2026 präsentierte sich die Bundeswehr erneut beim bundesweiten „Tag der Bundeswehr“ an zahlreichen Standorten als moderne und attraktive Arbeitgeberin. Mit Vorführungen von Militärgerät, Waffenschauen, Mitmachangeboten und Werbeaktionen versuchte die Bundeswehr, insbesondere junge Menschen für den Militärdienst zu gewinnen und die gesellschaftliche Akzeptanz von Aufrüstung und Militär zu stärken.

Doch auch der Protest gegen diese Militärwerbeveranstaltung blieb nicht aus. An verschiedenen Standorten beteiligten sich Friedensgruppen, antimilitaristische Initiativen und Einzelpersonen an Aktionen im Rahmen der Kampagne „Kein Tag der Bundeswehr“. Sie kritisierten die Veranstaltung als Teil einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft und wandten sich gegen die Normalisierung von Krieg und Militär im öffentlichen Raum.

Die Aktionen reichten von Kundgebungen über kreative Protestformen bis hin zu Informationsständen. Dabei machten die Aktivist*innen auf die Folgen von Krieg, Aufrüstung und Waffenexporten aufmerksam und warben für zivile Konfliktlösungen, Abrüstung und Friedenspolitik.

„Während Milliarden für Aufrüstung bereitgestellt werden und die Bundesregierung die Kriegstüchtigkeit der Gesellschaft zum politischen Ziel erklärt, braucht es eine starke Stimme für Frieden und Gewaltfreiheit“, heißt es in Kampagne „Kein Tag der Bundeswehr“. Die Bundeswehr werbe gezielt bei Jugendlichen und Kindern um Zustimmung zum Militär, während die realen Folgen von Kriegen – Tod, Leid, Flucht und Zerstörung – ausgeblendet würden.

An mehreren Standorten wurden zudem die enormen Kosten der aktuellen Aufrüstungspolitik thematisiert. Die Friedensaktivist*innen kritisierten, dass immer mehr öffentliche Mittel in militärische Projekte fließen, während in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, sozialer Infrastruktur oder Klimaschutz dringend Investitionen benötigt würden.

Die Kampagne „Kein Tag der Bundeswehr“ begleitet den Aktionstag der Bundeswehr seit vielen Jahren kritisch. Ziel ist es, den öffentlichen Werbeveranstaltungen des Militärs eine friedenspolitische Perspektive entgegenzusetzen und über Alternativen zu militärischer Sicherheitspolitik zu informieren.

Die DFG-VK bedankt sich bei allen Menschen, die sich am 6. Juni an den Protesten beteiligt haben. Gerade in Zeiten zunehmender Aufrüstung und militärischer Eskalation bleibt es wichtig, öffentlich für Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktbearbeitung einzutreten.

Weitere Informationen zur Kampagne und Berichte aus den einzelnen Protestorten finden sich auf: www.kein-tag-der-bundeswehr.de

Gemeinsam bleiben wir laut gegen Militarisierung und Krieg – für eine friedliche und solidarische Gesellschaft.

Kategorie: Allgemein

27.05.2026

Es bleibt dabei: Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends! – Aktionen am 30.5.26

Die DFG-VK ruft im Rahmen der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ mit zahlreichen Partnerorganisationen für den 30. Mai 2026 zur bundesweiten Demo in Wiesbaden auf. Zusammen stellen wir uns gegen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland und Europa!

Hinweis: Informationen zu Aktivtäten in Grafenwöhr am 30.5. findet ihr bei der DFG-VK Landesverband Bayern.

Es bleibt dabei: Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends!

Aufruf-Update zur Demo am 30.5. in Wiesbaden

Die Pläne der USA, Raketen und Marschflugkörper in Deutschland aufzustellen, sind vorerst vom Tisch. Das ist eine gute Nachricht! Doch es gibt weiterhin genug Gründe, um gegen den Rüstungsrausch der Regierenden zu protestieren!

Ob das Wort des US-Präsidenten auch in drei Monaten noch etwas zählt, darf getrost in Frage gestellt werden. Gleichzeitig sind wir empört über die reflexartigen Rufe aus der deutschen und europäischen Politik, die nun möglichst schnell in eigener Regie Mittelstreckenwaffen entwickeln und aufstellen will.

Dabei ist klar: Mittelstreckenwaffen sind reine Angriffswaffen und erhöhen die Kriegsgefahr. Auch deutsche oder europäische Marschflugkörper bergen das gravierende Risiko eines Präventivangriffs und gefährden somit unsere Sicherheit. Daher bleibt unser Ziel ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!

Wir wenden uns zudem gegen die US-Militärstützpunkte in Deutschland, die erneut für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg genutzt werden. Insbesondere die Air Base Ramstein spielt im Krieg gegen den Iran eine zentrale Rolle, aber auch Wiesbaden beherbergt wichtige Hauptquartiere der USA für ihre Kriege in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten. Wir fordern die Bundesregierung auf, Völkerrecht zu respektieren, jegliche Kriegsbeteiligung zu beenden und den USA die Nutzung ihrer Basen hier unverzüglich zu untersagen. Sie müssen so schnell wie möglich aufgelöst und alle Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden.

Dass die USA jetzt vorerst keine Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationieren, muss als Gelegenheit für neue Initiativen zur internationalen Rüstungskontrolle und Abrüstung betrachtet werden. Dafür gehen wir am 30. Mai in Wiesbaden auf die Straße! Wir sagen: „Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends!“ und bekräftigen unsere Forderungen:

  • Die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland dauerhaft zu unterbinden
  • Das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • Das Projekt zur Entwicklung eigener europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen und keine eigenen Hyperschallraketen zu entwickeln
  • Keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu erwerben
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag, der von 1988 bis 2019 Mittelstreckenraketen in Europa verboten hat, und dadurch auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der „Oreshnik“ zu erreichen
  • Die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • Weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen


AUFRUF

Mittelstreckenwaffen, nirgends! Keine „Dark Eagle“ und „Tomahawk“ in Grafenwöhr, Befehlskommando in Wiesbaden auflösen!

Im Jahr 2024 vereinbarte (ohne jegliche parlamentarische oder gesellschaftliche Debatte) die deutsche mit der US-amerikanischen Regierung die Rückkehr von US-Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden. Nach über 35 Jahren, in denen diese gefährlichen Waffen aus Europa verbannt waren, soll 2026 ihre Stationierung beginnen, voraussichtlich auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der bayrischen Oberpfalz. Die Steuerung erfolgt über den Militärstandort Wiesbaden und eine Kommandozentrale im Stadtteil Mainz-Kastel. Über den Einsatz entscheidet der US-Präsident – also derzeit der unberechenbare Donald Trump. Welche Folgen das haben kann, zeigt die Reaktion des Iran auf die US-Bombardierungen: Alle US-Militärbasen in den umliegenden Ländern sind zu Angriffszielen geworden. Wir wollen nicht, dass so etwas auch in Wiesbaden und Grafenwöhr geschieht!

Mittelstreckenwaffen sind Angriffswaffen und erhöhen die Kriegsgefahr. Die Hyperschallrakete „Dark Eagle“ kann in ca. 10 Minuten Moskau treffen. Umgekehrt können genauso schnell russische „Oreshnik“-Raketen bei uns einschlagen. Es kann zu Fehlreaktionen kommen, denn bei einem Alarm bleibt keine Zeit für eine überlegte Entscheidung. Außerdem kann der Eindruck entstehen, selbst zuerst zuschlagen und Wiesbaden (als Ort der Kommandozentrale) und Grafenwöhr (als Ort der Stationierung) zerstören zu müssen. Auch wenn die Mittelstreckenwaffen nicht atomar bestückt werden, erhöhen sie die Gefahr einer Eskalation hin zum Atomkrieg.

Zusätzlich entwickelt die Bundesregierung im ELSA-Projekt mit anderen europäischen Staaten eigene Mittelstreckenwaffen und hat bei den USA weitreichende Tomahawk-Marschflugkörper und dafür geeignete Typhon-Startsysteme bestellt. Ein deutsch-britisches Startup hat vor Kurzem erstmals eine Hyperschallrakete getestet. Diese Aufrüstungsmaßnahmen verstärken die militärischen Spannungen und führen zu einem gefährlichen Wettrüsten.

Wir fordern:

  • Die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden
  • Das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • Das Projekt zur Entwicklung eigener europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen und keine eigenen Hyperschallraketen zu entwickeln
  • Keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu erwerben
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag, der von 1988 bis 2019 Mittelstreckenraketen in Europa verboten hat, und dadurch auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der „Oreshnik“ zu erreichen
  • Die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • Weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen

Wir richten unsere Forderungen an alle zuständigen Entscheidungsträger auf kommunaler, EU-, Landes- und Bundesebene. Wir rufen deshalb auf zu einer zeitgleichen Demonstration in Grafenwöhr und Wiesbaden am Samstag, den 30. Mai auf: Treffpunkt in Grafenwöhr um 13:00 Uhr, Stadtpark, in Wiesbaden um 12:30 Uhr, Hauptbahnhof.

Wir stellen klar:

Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lehnen wir ab. Deshalb gibt es keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften. Entsprechende Äußerungen oder das Zeigen einschlägiger Symbole haben auf unserer Kundgebung keinen Platz. Wir bitten auf Nationalfahnen und Parteifahnen zu verzichten. Willkommen sind Transparente, Fahnen und Schilder (auch mit Parteilogo), die Inhalt und Zielen der Demonstration entsprechen.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch: pletsch@dfg-vk.de

Weitere Informationen findet ihr hier bei der Kampage „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Bundeswehr in Innern, Kriegsdienstverweigerung, Militaristische Traditionspflege, Militärstützpunkte, Rekrutierung der Bundeswehr, Umrüstung der Bundeswehr Stichworte: Bundeswehr, Tag der Bundeswehr

22.05.2026

KEIN TAG DER BUNDESWEHR, 6. JUNI 2026

Kein Tag der Bundeswehr 2026: Gegen Militarisierung und Kriegspropaganda

Am 6. Juni 2026 will sich die Bundeswehr an 10 Standorten – Eckernförde, Laage, Nordholz, Munster, Höxter, Unna, Weißenfels, Kastellaun, Weiden und München – feiern. Wir rufen für den Tag zum Protest gegen die deutsche Militärpolitik auf!

An diesen Standorten in ganz Deutschland sollen Kasernen geöffnet, Militärtechnik präsentiert und Soldat*innen als attraktive Arbeitgeber*innen inszeniert werden. Die Kampagne Kein Tag der Bundeswehr ruft deshalb bundesweit zu Protesten, kreativen Aktionen und Gegenveranstaltungen auf.

Der „Tag der Bundeswehr“ ist keine harmlose Familienveranstaltung. Er dient dazu, Militär und Krieg als normalen Bestandteil der Gesellschaft darzustellen und insbesondere junge Menschen für den Dienst an der Waffe zu gewinnen. Zwischen Hüpfburgen, Musikprogramm und Vorführungen von Panzern und Kampfjets wird versucht, die Realität militärischer Gewalt auszublenden. Krieg erscheint dort als Abenteuer, Technikshow oder Karrierechance – das Leid, die Zerstörung und der Tod werden einfach ausgeblendet.

Gerade in Zeiten zunehmender Aufrüstung und gesellschaftlicher Militarisierung ist diese Form der Öffentlichkeitsarbeit besonders problematisch. Während Milliarden in Waffen und Militär investiert werden (100 Mrd. € in 2027 bis 180 Mrd. € in 2030), fehlen Mittel für Bildung, Soziales, Gesundheit und Klimaschutz. Die Bundeswehr versucht gleichzeitig immer stärker, in Schulen, Universitäten und den öffentlichen Raum vorzudringen. Der „Tag der Bundeswehr“ ist dabei eines der zentralen Rekrutierungs- und Propagandaevents.

Die Kampagne „Kein Tag der Bundeswehr“ setzt dem eine klare friedenspolitische Perspektive entgegen. Sie fordert Abrüstung statt Aufrüstung, zivile Konfliktbearbeitung statt militärischer Eskalation und eine Gesellschaft, die Sicherheit nicht militärisch denkt. Bundesweit organisieren Friedensgruppen, antimilitaristische Initiativen und lokale Bündnisse Protestaktionen gegen die Militärschau.

Alle Termine findet ihr bei unseren Freund*innen vom Netzwerk Friedenskooperative!

Die DFG-VK ruft dazu auf, sich an der Kampagne zu beteiligen, lokale Aktionen zu organisieren oder bestehende Proteste zu unterstützen.

Meldet uns eure Aktionen vor Ort an office@dfg-vk.de

Weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten:
www.kein-tag-der-bundeswehr.de

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. pol. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
01578/3452092

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Bundeswehr in Innern, Kriegsdienstverweigerung, Militaristische Traditionspflege, Militärstützpunkte, Rekrutierung der Bundeswehr, Umrüstung der Bundeswehr Stichworte: Bundeswehr, Tag der Bundeswehr

13.05.2026

PM: DFG-VK Baden-Württemberg kritisiert Bundeswehr-Feriencamps für Kinder und Jugendliche scharf

Pressemitteilung

Mannheim/Stuttgart, 12. Mai 2026

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Baden-Württemberg kritisiert die zunehmende Militarisierung von Freizeit- und Ferienangeboten für Kinder und Jugendliche durch die Bundeswehr scharf. Anlass ist die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Partei Die Linke „Ferien-, Kennenlern-, IT- und Abenteuercamps für Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche bei der Bundeswehr“ (Bundestagsdrucksache 21/5414 vom 16. April 2026).

„Die Antworten zeigen erschreckend deutlich, wie massiv die Bundeswehr ihre Nachwuchswerbung inzwischen intensiviert – selbst im Freizeit- und Ferienbereich“, erklärt Jonas Fehrenbach, Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg. „Es geht ausdrücklich nicht um neutrale Jugendbildung oder Ferienbetreuung, sondern um Rekrutierung und Nachwuchsgewinnung.“

Besonders problematisch sei dabei der gezielte Erlebnis- und Abenteuercharakter der Angebote. Die Camps würden mit emotional aufgeladenen Erfahrungen, militärischer Technik und gruppendynamischen Erlebnissen arbeiten und sich damit quasi durchs Hintertürchen bei Kindern und Jugendlichen positiv verankern.

„Wenn Jugendliche durch Abenteuerinszenierungen, emotionale Bindung und militärische Erlebniswelten beeinflusst werden, dann ist das keine neutrale Information mehr, sondern gezielte emotionale Beeinflussung“, so Fehrenbach weiter. „Das widerspricht dem Geist des Beutelsbacher Konsenses, der emotionale Überwältigung und einseitige Beeinflussung in Bildungs- und Jugendarbeit ausdrücklich ablehnt.“

Mit besonderer Sorge bewertet die DFG-VK Baden-Württemberg außerdem, dass laut Bundesregierung für beteiligte Soldatinnen und Soldaten keinerlei pädagogische Qualifikation vorgeschrieben ist. Ebenso fehlen offenbar verbindliche Strukturen der Jugendhilfe oder unabhängige Schutzkonzepte.

„Dass Soldatinnen und Soldaten ohne pädagogische Ausbildung mit Minderjährigen arbeiten und gleichzeitig keine unabhängigen Jugendhilfestrukturen eingebunden werden, ist aus Sicht des Kinder- und Jugendschutzes hochproblematisch“, erklärt Fehrenbach. „Gerade vor dem Hintergrund immer wieder bekannt werdender Fälle sexualisierter Gewalt, sexistischer Diskriminierung und rassistischer Vorfälle innerhalb der Bundeswehr ist diese Verantwortungslosigkeit nicht hinnehmbar.“

Besonders kritisiert die DFG-VK Baden-Württemberg auch Ferienangebote für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wie das der Stadt Kellmünz, die zwar formal nicht direkt von der Bundeswehr veranstaltet, jedoch von ihr unterstützt werden. Dort kämen Soldaten, Militärfahrzeuge, Armeemusik und militärisches Gerät zum Einsatz.

„Auch wenn die Bundeswehr hier nicht offizieller Veranstalter ist, beteiligt sie sich innerhalb solcher Freizeiten aktiv an der emotionalen Militarisierung von Kindern“, so Fehrenbach. „Es kann nicht im Sinne von Eltern, Jugendschutz und Erziehungsauftrag sein, dass Grundschulkinder an militärische Strukturen und Symbolik herangeführt werden.“

Die DFG-VK Baden-Württemberg fordert deshalb, sämtliche Kooperationen der Bundeswehr mit Ferienfreizeiten und Jugendcamps zu beenden und keine militärischen Werbeveranstaltungen gegenüber Minderjährigen mehr durchzuführen.

Pressemitteilung vom 12. Mai 2026

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Jonas Fehrenbach
Geschäftsführer
DFG-VK Baden-Württemberg

Mail: Ba-wue@dfg-vk.de

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Kriegsdienstverweigerung, Militarisierung der EU Stichworte: EBCO, Kriegsdienstverweigerung

11.05.2026

EBCO-Jahresbericht zur Kriegsdienstverweigerung in Europa 2025

Brüssel, 11. Mai 2026

Vorwort

Der Bericht von EBCO erscheint in einem Kontext, der nicht nur durch die zunehmende Militarisierung auf dem gesamten Kontinent und darüber hinaus geprägt ist, sondern auch durch anhaltende und weit verbreitete Verstöße gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte infolge von Kriegen.

Steigende Verteidigungsausgaben, die Normalisierung der Aufrüstungspolitik und die Verfestigung sicherheitsorientierter politischer Narrative schränken den Spielraum für die Ausübung und den Schutz der Grundrechte, einschließlich des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung, zunehmend ein. Gleichzeitig verstärken anhaltende bewaffnete Konflikte und geopolitische Spannungen den Druck auf Personen, die sich weigern, zu den Waffen zu greifen, und setzen sie Strafverfolgung, Diskriminierung und Unterdrückung aus.

Vor diesem sich wandelnden Hintergrund dokumentiert der Bericht sowohl das Fortbestehen struktureller Mängel als auch eine Verschlechterung der Lage von Kriegsdienstverweigerern, Wehrdienstentziehern und Deserteuren im gesamten Gebiet des Europarates. Die rechtliche Anerkennung ist nach wie vor uneinheitlich und wird in einigen Fällen aktiv untergraben. Praktiken der Kriminalisierung, von behördlichen Schikanen und der sozialen Stigmatisierung nehmen weiter zu, was bestätigt, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in der Praxis bei weitem nicht vollständig gewährleistet ist.

Ein besonders besorgniserregender Fall ist die rechtswidrige Festnahme und anhaltende Verfolgung von Yurii Sheliazhenko, dem Exekutivsekretär der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung. Dies stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen grundlegende Freiheiten wie die Gedanken-, Gewissens- und Meinungsfreiheit dar. Dieser Fall, der von der internationalen Zivilgesellschaft auf breiter Front verurteilt wurde, verdeutlicht, wie sehr der Raum für abweichende Meinungen in Kriegszeiten immer weiter schrumpft. Gleichzeitig macht er deutlich, wie dringend notwendig es ist, dass die europäischen Institutionen und die Mitgliedstaaten Menschenrechtsstandards konsequent und ausnahmslos wahren.

Die wiederauflebenden Debatten und Bestrebungen in mehreren Ländern, die Wehrpflicht wieder einzuführen, unterstreichen einmal mehr, wie dringend es ist, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu schützen und zu fördern. In diesem Zusammenhang kommt dem Engagement von EBCO im Rahmen des Europäischen Jugendforums besondere Bedeutung zu. Durch seine aktive Rolle trägt EBCO dazu bei, das Bewusstsein bei Jugendorganisationen zu schärfen und die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung in einen breiteren jugendpolitischen Rahmen einzubetten. Die Förderung dieses Rechts bei jüngeren Generationen ist nicht nur eine Frage des rechtlichen Schutzes, sondern auch eine strategische Investition in eine Kultur des Friedens, der Gewaltfreiheit und der demokratischen Teilhabe.

Dieser Bericht spiegelt auch die anhaltende Widerstandsfähigkeit der internationalen Bewegung zur Unterstützung der Kriegsdienstverweigerer wider. Die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, transnationalen Netzwerken und institutionellen Akteuren bleibt unerlässlich, um Schutz zu gewährleisten, einschließlich des Zugangs zu Asyl und Schutzvorkehrungen gegen Verfolgung. Die Aufrechterhaltung und Stärkung dieses Solidaritätsnetzwerks ist besonders wichtig in einem Umfeld, in dem selbst humanitäre und menschenrechtliche Maßnahmen zunehmend politisiert werden.

Abschließend formuliert der Bericht eine Reihe von Empfehlungen, die sich an die Staaten und die europäischen Institutionen richten. Dazu gehören die uneingeschränkte Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung unter allen Umständen, die Einrichtung wirklich ziviler Alternativdienste ohne Strafcharakter  sowie die Angleichung der nationalen Rechtsvorschriften an internationale Menschenrechtsstandards. Dabei wird insbesondere auf die im Rahmen des Europarats und von den Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen entwickelten Standards verwiesen, die einen klaren und verbindlichen Handlungsrahmen bieten.

Dieser Bericht dient sowohl der Dokumentation als auch der Interessenvertretung. In einer Zeit, die zunehmend von Kriegsvorbereitungen geprägt ist, bekräftigt er einen grundlegenden Grundsatz: Die Weigerung, sich an Kriegen zu beteiligen, ist nicht nur ein geschütztes Recht, sondern eine notwendige Voraussetzung für den Aufbau eines gerechten und dauerhaften Friedens.

Zum Jahresbericht

Jedes Jahr veröffentlicht EBCO einen Bericht über die Kriegsdienstverweigerung in Europa, der auf Informationen von nationalen Regierungen, Menschenrechtsinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen und Solidaritätsnetzwerken basiert. Der Bericht wird dem Europäischen Parlament, der Parlamentarischen Versammlung und dem Menschenrechtskommissar des Europarates sowie den zuständigen staatlichen Behörden vorgelegt – jedes Mal begleitet von einer Reihe zielorientierter Empfehlungen.

Artikel aus der Frankfurter Rundschau:

Artikel FR 13.5.26 komprimiertHerunterladen

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Daniele Taurino, EBCO-Präsident, ebco@ebco-beoc.org, +39 3283736667
Sam Biesemans, EBCO-Vizepräsident, ebco.brussels@skynet.be, +32 477268893
Informationen zum Bericht: https://www.ebco-beoc.org/reports

Das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO), das 1979 in Brüssel gegründet wurde, setzt sich für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und Verweigerung militärischer Aktivitäten als grundlegendes Menschenrecht ein. Seit 1998 hat es beim Europarat Teilnehmerstatus (früher Beratungsstatus) und ist seit 2005 Mitglied der Konferenz der internationalen Nichtregierungsorganisationen (INGO). Seit 2021 kann das EBCO Kollektivbeschwerden im Rahmen der Europäischen Sozialcharta einreichen. EBCO ist zudem seit 1995 Vollmitglied des Europäischen Jugendforums.

Pressekontakt Deutschlands:
Yannick Kiesel (DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de; +491578/3452092

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 11. Mai 2026

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (pol. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
01578/3452092

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Kriegsdienstverweigerung, Militarisierung der EU Stichworte: EBCO, Kriegsdienstverweigerung

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