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13.08.2026

UNZWINGBAR – Großkundgebung am 2.10. in Berlin!

Am 2. Oktober gehen wir in Berlin auf die Straße und setzen mit einer Großkundgebung gemeinsam ein unüberhörbares Zeichen für Frieden und gegen Wehrpflicht und Aufrüstung. Neben verschiedenen thematischen Redebeiträgen wird es hochkarätige Musik-Acts geben, die die Veranstaltung zu einem Spektakel machen werden. Sei gespannt und trag es in deinen Kalender ein – bald erfährst du mehr zum Programm dieses fulminanten Events:

Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!

Eine neue Generation steht auf

Warum wir genau jetzt handeln müssen, wie unser Bündnis bisher aufgebaut ist und welche konkreten Forderungen wir stellen, erfährst du hier in unserem Aufruf:

16-20 Uhr, Brandenburger Tor, Berlin

Wir wollen keine Generation Wehrpflicht sein! Das bereits verpflichtende Ausfüllen von Fragebögen, der Zwang zur Musterung und die Pläne für eine Reaktivierung der Wehrpflicht sind massive Eingriffe in die Freiheit junger Menschen. Diese Militarisierung der Gesellschaft lehnen wir entschieden ab.

Wir erleben die stärkste Aufrüstung seit dem Zweiten Weltkrieg. Bald fließt jeder zweite Euro des Bundeshaushalts in Aufrüstung und Krieg. Bezahlen müssen dafür wir alle – mit steigenden Preisen, Sozialkürzungen, zerfallenden Schulen, ungelöster Klimakrise und unterfinanzierten Krankenhäusern. Für die Bundeswehr hingegen werden Schulden in Rekordhöhen aufgenommen, um sie zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ aufzubauen. Auf Kosten unserer Zukunft.

Junge Menschen wollen keinen Zwangsdienst leisten und nicht zum Töten ausgebildet werden. Aus diesem Grund stehen wir als Großeltern, Eltern, Freund*innen, Geschwister, Schüler*innen und junge Menschen gegen den aktuellen Kurs der Bundesregierung.

Wir gehen auf die Straße und fordern:

  • Keine Reaktivierung der Wehrpflicht!
  • Keine Rekrutierung von Minderjährigen durch die Bundeswehr!
  • Bundeswehr raus aus den Schulen, Universitäten und der Forschung!
  • Vollumfängliche Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht und Asylgrund für Menschen weltweit!
  • Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales statt für blinde Aufrüstung und Krieg!

Wir sind solidarisch mit allen Menschen weltweit, die sich gegen Krieg einsetzen. Deshalb ist für Menschen und Gruppen aus dem völkischen, nationalistischen, rassistischen, antisemitischen oder rechtsextremen Spektrum auf unserer Aktion kein Platz.

Veranstaltende Organisationen: Attac Deutschland, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V., DGB-Jugend, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung Leben, Schulstreik gegen Wehrpflicht

Unterstützer*innen:

Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, Connection e.V., Frauennetzwerk für Frieden e.V., Friedensinitiative Nottuln, Frieden wagen e.V., pax christi

Das Besondere an der Kundgebung: Wir demonstrieren nicht allein. Neben etablierten Friedensorganisationen, darunter Ohne Rüstung Leben, der DFG-VK und uns, schließt sich uns eine kraftvolle, junge Bewegung an. Schüler*innen und junge Menschen aus der Schulstreikbewegung stehen Seite an Seite mit uns auf der Straße.

Diese Brücke zwischen den Generationen ist ein starkes Signal:

  • Die Jugend fordert Zukunft statt Aufrüstung: Sie lässt sich ihre Selbstbestimmung und Träume nicht für militärische Logiken nehmen.
  • Erfahrung trifft auf neuen Schwung: Wir verbinden Jahrzehnte des Friedensengagements mit der Energie und den Aktionsformen einer jungen Generation, die für ihre Rechte streikt.

HINWEIS: Auch am 3. Oktober gehen Menschen in Berlin und Stuttgart für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Am 4.10. soll es zudem weitere Aktionen der Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht in Berlin geben.

Das Wochenende vom 2. bis 4. Oktober wird von verschiedenen friedenspolitischen Aktionen geprägt sein und die Gelegenheit bieten, sich gegen Aufrüstung und Militarisierung und für Frieden und Abrüstung zu engagieren!

Gemeinsam zeigen wir: Der Einsatz für Frieden ist dringend notwendig und betrifft uns alle – von den Schulbänken bis ins hohe Alter!

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. pol. Geschäftsführer):
kiesel@dfgvk.de
01578/3452092

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Kriegsdienstverweigerung, Militaristische Traditionspflege, Pazifismus und Antimilitarismus, Rekrutierung der Bundeswehr, Schulfrei für die Bundeswehr, Umrüstung der Bundeswehr, Waffen & Rüstung Stichworte: 2.10., Berlin, Demonstration, Kriegsdienstverweigerung, Schulstreik, Wehrpflicht

12.08.2026

15.000 Menschen wehren sich gegen die Aufrüstung

Der Abrüstungsappell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ hat mittlerweile mehr als 15.000 Unterstützer*innen erreicht. Das vermelden die initiierenden Organisationen des Appells. Gleichzeitig rufen die Friedensorganisationen dazu auf, jetzt noch einmal verstärkt für den Appell zu werben, um ein wirkmächtiges Zeichen gegen den Aufrüstungskurs der Bundesregierung zu senden.

Bis 2030 sollen die Militärausgaben auf 183 Milliarden Euro ansteigen. Das würde bedeuten: Jeder dritte Euro aus dem Bundeshaushalt fließt dann in ins Militär – und es findet noch nicht einmal eine öffentliche Debatte darüber statt. Mit dem Abrüstungsappell wollen wir den gesellschaftlichen Aufrüstungskonsens durchbrechen. Deshalb ist es so wichtig, jetzt zu unterzeichnen.

Hier online unterzeichnen!

Hier können Unterschriftenlisten angefordert werden!

Proteste im Herbst nutzen!

Die beteiligten Friedensorganisationen rufen dazu auf, die bevorstehenden Aktionen der Friedensbewegung, aber auch gewerkschaftliche Sozialproteste zu unterstützen und dort Unterschriften für den Appell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ zu sammeln. Gute Anlässe dazu können u.a. sein:

  • 1. September: Antikriegstag
  • 26. September: Gewerkschaftlicher Aktionstag „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“
  • 2. Oktober: Kundgebung „Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“ in Berlin
  • 3. Oktober: Friedensdemos in Berlin und Stuttgart

Infos zur Unterschriftensammlung
Die Sammlung von Unterschriften für den Abrüstungsappell läuft noch bis in den Herbst 2026. Unterschrieben werden kann der Appell auf den Webseiten der Organisationen und auf Unterschriftenlisten. Auch Unterschriftenlisten, die nach dem ursprünglichen Rücksendedatum (15. September) eingesendet werden, werden gezählt. Da es die politischen Umstände erfordern, wird die Unterschriftensammlung auch nach dem 15. September fortgesetzt – eine Zwischenübergabe im Herbst ist in Planung.

Der Abrüstungsappell fordert von der Bundesregierung:

  • Einen Stopp der maßlosen Ausgaben für immer mehr Aufrüstung. Nötig sind mehr Investitionen, die unser aller Leben verbessern – zum Beispiel in Gesundheit, Bildung, Soziales und Klimaschutz.
  • Keine Belastung und Einschränkung nachfolgender Generationen durch unbegrenzte Neuverschuldung für Militär und Kriegs-Infrastruktur, durch eine Wehrpflicht oder die Vernachlässigung der Klimakatastrophe.
  • Einen entschlossenen diplomatischen Einsatz für ein Ende des russischen Angriffskrieges, nachhaltigen Frieden für die Ukraine und eine neue europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur.
  • Ein glaubwürdiges Eintreten für Völkerrecht, nukleare und konventionelle Rüstungskontrolle sowie eine Stärkung von Ziviler Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit. Dauerhafte Sicherheit kann nur eine Weltordnung garantieren, in der nicht das Recht des Stärkeren gilt. 

Der Abrüstungsappell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ wird getragen von: DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung leben, pax christi, Bund für Soziale Verteidigung (BSV), Naturfreunde Deutschlands.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
+491578/3452092

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Anti-Militarisierung, Kriegssteuern verweigern, Waffen & Rüstung Stichworte: Abrüstung, Aufrüstung, Nichtmitmir, Spenden, Unterschriften

06.08.2026

81 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki – Bundesweite Gedenkaktionen erinnern an die Opfer von Atomwaffen

Berlin, 6. August 2026 – Rund um den 6. und 9. August erinnern bundesweit zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Mahnwachen und Aktionen an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. 81 Jahre nach den Atomwaffeneinsätzen fordern Friedensorganisationen erneut konkrete Schritte hin zu einer Welt ohne Atomwaffen.

In Berlin lädt ICAN Deutschland am 09. August 2026 von 17 bis 18 Uhr zu einer Mahnwache am Brandenburger Tor ein. Gemeinsam wird der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht und an die anhaltenden humanitären Folgen von Atomwaffen erinnert. Gleichzeitig appelliert die Mahnwache an die Bundesregierung, dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten und sich aktiv für nukleare Abrüstung einzusetzen.

Am 6. August 1945 zerstörte eine US-amerikanische Atombombe die japanische Stadt Hiroshima. Im Wissen um die unermessliche Zerstörung befahl der damalige US-Präsident Truman drei Tage später auch die Bombardierung der Stadt Nagasaki. Mehr als 210.000 Menschen starben bis Ende 1945 an den unmittelbaren Folgen der Explosionen sowie an Verletzungen und Strahlenkrankheit. Bis heute leiden Überlebende und ihre Familien unter den gesundheitlichen und sozialen Folgen. 81 Jahre später bleibt ihre Botschaft unmissverständlich: Atomwaffen verursachen unermessliches menschliches Leid und dürfen niemals wieder eingesetzt werden.

„Hiroshima und Nagasaki sind keine historischen Randnotizen, sondern eine Mahnung für die Gegenwart. Angesichts wachsender atomarer Spannungen braucht es mehr denn je den politischen Willen, Atomwaffen endgültig abzuschaffen“, erklärt Marian Losse, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. „Gerade weil tausende Atomwaffen weltweit einsatzbereit sind und nukleare Drohungen erneut zunehmen, ist nukleare Abrüstung keine ferne Vision, sondern eine dringende sicherheitspolitische und humanitäre Notwendigkeit.”

Bundesweit finden Gedenkveranstaltungen statt:
Eine Übersicht über Veranstaltungen in ganz Deutschland bietet der Terminkalender der Netzwerk Friedenskooperative.

Die DFG-VK ist Partnerorganisation von ICAN. Mehr Informationen bei ICAN Deutschland: https://www.icanw.de/

Pressekontakt: presse@ican.berlin | Telefon: +49 157 345 30170

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Referent/Bundessprecher): pletsch@dfg-vk.de

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Atomwaffen abschaffen, Pazifismus und Antimilitarismus, Pressemitteilung, Waffen & Rüstung Stichworte: Atomwaffen, Atomwaffen abschaffen, ICAN, Nuklearwaffen

31.07.2026

Kampagne Killer Roboter stoppen zu Gast beim Netzpolitischen Abend

Am 7. Juli 2026 war die deutsche Sektion der internationalen Campaign to Stop Killer Robots auf dem 158. Netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft in Berlin zu Gast. In der gut besuchten c-base gab es drei Vorträge zum Thema Autonome Waffensysteme samt Fragen und Diskussion im Anschluss.

Wer nicht selbst dabei sein konnte, findet auf der Website der Digitalen Gesellschaft die Aufzeichnungen des Abends.

Die Links zu den einzelnen Vorträgen gibts auch hier:

1: Was sind Autonome Waffensysteme — und warum sind sie problematisch? (Marius Pletsch) 
Wir beleuchten die ethischen, rechtlichen und humanitären Probleme.

Marius Pletsch arbeitet als Referent bei der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Mitglied im BundessprecherInnenkreis und sitzt im Beirat der Informationsstelle Militarisierung e.V. Seit 2015 beschäftigt er sich mit unbemenschten Systemen im Militär und vertritt die DFG-VK seit 2019 in der internationalen Campaign to Stop Killer Robots.

2: Warum gibt es noch keine Regulierung und warum setzen sich insbesondere Staaten des Globalen Südens für Verhandlungen ein? Und was kann ich selbst tun? (Jennifer Menninger)
Wir blicken auf den aktuellen Stand der internationalen Bemühungen und die Position Deutschlands. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, um sich selbst für ein Verbot von autonomen Waffen zu engagieren.

Jennifer Menninger ist freiberufliche Referentin für Friedens- und  Sicherheitspolitik und arbeitet bei der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung in Berlin. Zuvor war sie Geschäftsführerin von WILPF (Women’s International League for Peace and Freedom)  Deutschland. Sie beschäftigt sich mit feministischen Perspektiven im  Bereich Abrüstung, Frieden und Digitalisierung.

3: Mehr als „Killerroboter“ — Was ist Militärische KI? (Lena Rohrbach) 
Wir zeigen auf, welche Rolle KI außerhalb von klassischen AWS spielt, illustrieren dies an Beispielen wie Gaza und Iran und erörtern, welche Regulierungsforderungen darüber hinaus nötig sind.

Lena Rohrbach ist Referentin für Menschenrechte im digitalen Zeitalter und Rüstungsexportkontrolle bei Amnesty International. Sie hat als Campaignerin für Campact und im Journalismus gearbeitet und war Sprecherin der Piratenpartei. Lena hat Philosophie, Kulturwissenschaft und Geschichte in Berlin und International Human Rights Law an der University of Nottingham studiert.

Publikumsfragen mit Marius Pletsch, Jennifer Menninger und Lena Rohrbach.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Referent/Bundessprecher): pletsch@dfg-vk.de

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Allgemein, Pazifismus und Antimilitarismus, Waffen & Rüstung Stichworte: autonome Waffensysteme, Campaign to Stop Killer Robots, Killer Roboter, Vortrag

27.07.2026

Seelsorge bleibt zivil! Nein zur Militarisierung kirchlicher und diakonischer Dienste! Eine Petition.

Der Hintergrund: Seit 2023 entwickelt das „Territoriale Führungskommando der Bundeswehr“ den „Operationsplan Deutschland“ (OPLAN). Das Ziel: Im Kriegs- und Krisenfall sollen zivile Behörden (Landkreise, Kommunen) und Organisationen (THW, DRK und andere) die Bundeswehr unterstützen. Der OPLAN wird kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst, ist „Verschlusssache“ und nur in Grundzügen bekannt. 

Ergänzend zum staatlichen OPLAN wurde dann unter Federführung der Militärseelsorge der „Geistliche OPLAN“ entwickelt, wobei dies nur der Arbeitstitel war. Offiziell heißt das Papier „Ökumenisches Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“; im Folgenden „Rahmenplan“ genannt.

Im Unterschied zum OPLAN ist dieser Plan öffentlich. Er wurde zuerst von einem DFG-VK-Mitglied veröffentlicht, das heißt, geleakt. Danach wurde er auch von den beiden großen Kirchen ins Internet gestellt. 

In dem Rahmenplan geht es auf 26 Seiten um konkrete Fragen: Wie bewältigen wir, die kirchlichen Mitarbeitenden, die hohe Zahl von Gefallenen und Trauerfeiern? Wer überbringt die vielen Todesnachrichten? Wer betreut die Hinterbliebenen seelsorgerlich? Im Rahmenplan wird erklärt, dass Vertreter*innen der jeweiligen Heimatkirchen für die Seelsorge an den Kriegsgefangenen zuständig sind, während die deutschen Kirchen für die seelsorgerliche Betreuung der Aufseher*innen zuständig sind.

Vor allem aber wird im Rahmenplan betont, dass wir, die Mitarbeitenden der großen Kirchen und diakonischen Einrichtungen, im Kriegsfall eng mit den Behörden zusammenarbeiten sollen. Die Aufgabe der Seelsorge in Kriegszeiten sei es, die Bevölkerung „emotional und seelisch zu stabilisieren, Halt und Orientierung“ zu vermitteln. Entscheidungen der kirchlichen Stäbe sollen „Ruhe, Ordnung“ und „Handlungsfähigkeit“ gewährleisten. Krisenstäbe entscheiden oben, was unten ausgeführt werden soll. Nicht erwähnt wird, dass wir im Kriegsfall eventuell die Aufgabe haben, den staatlichen Stellen zu widersprechen. Nicht erwähnt wird unsere Aufgabe, zur Völkerverständigung aufzurufen und Deserteuren beizustehen. Unsere Aufgabe kann es sein, die „Kriegsmaschine“ zu behindern. Der Rahmenplan trägt deutlich die Handschrift der Militärseelsorge. Auf evangelischer Seite passt der Rahmenplan zur neuen EKD-Friedensdenkschrift. Mit beiden Dokumenten unterstützen die Kirchen den Aufrüstungskurs der Regierung.

Vertreter mehrerer kirchlicher Friedensorganisationen und DFG-VK-Mitglieder entwickelten ab Januar 2026 eine Petition, das heißt, einen offenen Brief, an die kirchenleitenden Gremien und Personen der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Diözesen. Wer die Petition unterschreibt, verpflichtet sich, nicht an Kriegsvorbereitungen der Kirchen teilzunehmen. Für kirchliche Mitarbeitende bedeutet dies unter anderem, an keinen entsprechenden Fortbildungen teilzunehmen.  

Alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden – im weitesten Sinne – der großen Kirchen sind eingeladen, die Petition im Internet aufzurufen und zu unterzeichnen. Wir sammeln die Unterschriften nicht postalisch, sondern über das Internet, und zwar bis zum 4. November 2026. Geplant ist, die Petition samt den Unterschriften dann an kirchenleitende Gremien und Personen zu senden. 

Titel der Petition: „Seelsorge bleibt zivil! NEIN zur Militarisierung kirchlicher und diakonischer Dienste!“

Link zur Petition: https://openpetition.org/DYLFQ  

Weitere Informationen: auf der Website des „Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie“ und auf der Website der „Ökumenischen Initiative zur Abschaffung bzw. Reform der Militärseelsorge“.

Kontakt: Kirche-ohne-Militaer@dfg-vk.de 

Autor: Rainer Schmid

Dieser Artikel erscheint in der ZivilCourage Ausgabe 2/2026

Kategorie: Zivilcourage

21.07.2026

DFG-VK kritisiert Statistik zu Kriegsdienstverweigerungen: „Wir haben ein Messstellenproblem“ – Bundeswehr meldet 9.477 Anträge bis Ende Juni 2026

Offizielle BAFzA-Zahlen unterschätzen die tatsächliche Zahl der Anträge deutlich

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) begrüßt die große Aufmerksamkeit für die steigende Zahl der Kriegsdienstverweigerungen. Die aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), über die unter anderem die Tagesschau berichtet, zeigen zwar einen deutlichen Anstieg. Sie bilden die tatsächliche Entwicklung jedoch nur unvollständig ab.

Der Grund liegt im Erhebungsverfahren: Anträge auf Kriegsdienstverweigerung werden zunächst beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) gestellt. Erst wenn diese an das BAFzA weitergeleitet werden, tauchen sie in dessen Statistik auf. Zwischen Antragseingang bei der Bundeswehr und der Erfassung beim BAFzA können Wochen oder sogar Monate liegen. Gerade in Zeiten stark steigender Antragszahlen führt dies dazu, dass die veröffentlichten BAFzA-Zahlen deutlich hinter den tatsächlichen Antragseingängen zurückbleiben.

„Wir haben inzwischen ein Messstellenproblem“, sagt Marius Pletsch, Bundessprecher der DFG-VK. „In der öffentlichen Debatte werden meist ausschließlich die Zahlen des BAFzA genannt. Tatsächlich spiegeln diese aber nicht wider, wie viele Menschen sich aktuell für eine Kriegsdienstverweigerung entscheiden. Sie zeigen lediglich, wie viele Anträge bereits den Weg durch die Bundeswehr bis zum BAFzA genommen haben.“

Dass dies zu erheblichen Verzerrungen führt, zeigt der Vergleich der Behördenzahlen. Die Bundeswehr verzeichnet regelmäßig deutlich mehr eingegangene Anträge als später beim BAFzA in der Statistik erscheinen, weil dort auch diejenigen Verfahren mitgezählt werden, die noch nicht weitergeleitet wurden. Dadurch entsteht in der Öffentlichkeit ein unvollständiges Bild über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsdienstverweigerung. In der aktuellen Berichterstattung werden die Zahlen des BAFzA aufgegriffen. Demnach sind im ersten Halbjahr 2026 5.862 Anträge eingegangen. Auf eine aktuelle Anfrage der DFG-VK beim BAPersBw antwortete ein Sprecher der Bundeswehr in Köln, dass bis zum 30. Juni 2026 bereits 9.477 Anträge eingegangen seien.

Bereits bei den Jahreszahlen 2025 war dieses Problem sichtbar. Die vom BAFzA veröffentlichten Werte umfassten nur die bis zum Jahresende an das Amt weitergeleiteten Anträge. Zahlreiche Ende 2025 bei der Bundeswehr eingegangene Anträge wurden jedoch erst im Laufe des Jahres 2026 an das BAFzA übermittelt und erscheinen deshalb nicht mehr in der Statistik des eigentlichen Antragsjahres. Die DFG-VK hatte bereits damals auf diese Verzerrung hingewiesen.

„Für eine sachliche Debatte braucht es belastbare Zahlen“, so Pletsch weiter. „Wenn Politik und Medien ausschließlich auf die BAFzA-Statistik schauen, wird die tatsächliche Entwicklung systematisch unterschätzt. Das wird weder den Betroffenen noch der politischen Bedeutung der steigenden Kriegsdienstverweigerungen gerecht.“

Die DFG-VK fordert die Bundesregierung deshalb auf, künftig transparent zwischen den verschiedenen Erfassungsstufen zu unterscheiden. Veröffentlicht werden sollten sowohl die Zahl der bei der Bundeswehr eingegangenen Anträge als auch die Zahl der an das BAFzA weitergeleiteten und dort bearbeiteten Verfahren. Nur so lässt sich nachvollziehen, wie viele Menschen tatsächlich von ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen.

Unabhängig von der statistischen Verzerrung zeigt sich ein eindeutiger Trend: Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen den Dienst an der Waffe. Angesichts der politischen Debatten über Wehrpflicht, Musterungen und Aufrüstung ist dies ein deutliches Signal, dass viele Menschen militärische Zwangsdienste ablehnen und ihr Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung wahrnehmen.

Die DFG-VK unterstützt Betroffene bei der Kriegsdienstverweigerung mit hunderten ehrenamtlichen Berater*innen.
Mehr Informationen unter: www.verweigern.info

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 21. Juli 2026

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Bundessprecher/Referent der DFG-VK): pletsch@dfg-vk.de
+49176/57933842

Kategorie: Allgemein, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemitteilung Stichworte: Bundeswehr, KDV, KDV-Zahlen, Kriegsdienstverweigerung, Pressemeldung

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