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Abrüstung und Konversion

25.08.2026

UNZWINGBAR – Großkundgebung am 2.10. in Berlin!

Am 2. Oktober gehen wir in Berlin auf die Straße und setzen mit einer Großkundgebung gemeinsam ein unüberhörbares Zeichen für Frieden und gegen Wehrpflicht und Aufrüstung. Neben verschiedenen thematischen Redebeiträgen wird es hochkarätige Musik-Acts geben, die die Veranstaltung zu einem Spektakel machen werden. Sei gespannt und trag es in deinen Kalender ein – bald erfährst du mehr zum Programm dieses fulminanten Events:

Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!

Eine neue Generation steht auf

Warum wir genau jetzt handeln müssen, wie unser Bündnis bisher aufgebaut ist und welche konkreten Forderungen wir stellen, erfährst du hier in unserem Aufruf:

16-20 Uhr, Brandenburger Tor, Berlin

Wir wollen keine Generation Wehrpflicht sein! Das bereits verpflichtende Ausfüllen von Fragebögen, der Zwang zur Musterung und die Pläne für eine Reaktivierung der Wehrpflicht sind massive Eingriffe in die Freiheit junger Menschen. Diese Militarisierung der Gesellschaft lehnen wir entschieden ab.

Wir erleben die stärkste Aufrüstung seit dem Zweiten Weltkrieg. Bald fließt jeder zweite Euro des Bundeshaushalts in Aufrüstung und Krieg. Bezahlen müssen dafür wir alle – mit steigenden Preisen, Sozialkürzungen, zerfallenden Schulen, ungelöster Klimakrise und unterfinanzierten Krankenhäusern. Für die Bundeswehr hingegen werden Schulden in Rekordhöhen aufgenommen, um sie zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ aufzubauen. Auf Kosten unserer Zukunft.

Junge Menschen wollen keinen Zwangsdienst leisten und nicht zum Töten ausgebildet werden. Aus diesem Grund stehen wir als Großeltern, Eltern, Freund*innen, Geschwister, Schüler*innen und junge Menschen gegen den aktuellen Kurs der Bundesregierung.

Wir gehen auf die Straße und fordern:

  • Keine Reaktivierung der Wehrpflicht!
  • Keine Rekrutierung von Minderjährigen durch die Bundeswehr!
  • Bundeswehr raus aus den Schulen, Universitäten und der Forschung!
  • Vollumfängliche Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht und Asylgrund für Menschen weltweit!
  • Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales statt für blinde Aufrüstung und Krieg!

Wir sind solidarisch mit allen Menschen weltweit, die sich gegen Krieg einsetzen. Deshalb ist für Menschen und Gruppen aus dem völkischen, nationalistischen, rassistischen, antisemitischen oder rechtsextremen Spektrum auf unserer Aktion kein Platz.

Veranstaltende Organisationen: Attac Deutschland, Bund für Soziale Verteidigung, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V., DGB-Jugend, NaturFreunde Deutschlands, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung Leben, Schulstreik gegen Wehrpflicht

Unterstützer*innen:

Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, Connection e.V., Frauennetzwerk für Frieden e.V., Friedensinitiative Nottuln, Frieden wagen e.V., pax christi, Greenpeace

Das Besondere an der Kundgebung: Wir demonstrieren nicht allein. Neben etablierten Friedensorganisationen, darunter Ohne Rüstung Leben, der DFG-VK und uns, schließt sich uns eine kraftvolle, junge Bewegung an. Schüler*innen und junge Menschen aus der Schulstreikbewegung stehen Seite an Seite mit uns auf der Straße.

Diese Brücke zwischen den Generationen ist ein starkes Signal:

  • Die Jugend fordert Zukunft statt Aufrüstung: Sie lässt sich ihre Selbstbestimmung und Träume nicht für militärische Logiken nehmen.
  • Erfahrung trifft auf neuen Schwung: Wir verbinden Jahrzehnte des Friedensengagements mit der Energie und den Aktionsformen einer jungen Generation, die für ihre Rechte streikt.

HINWEIS: Auch am 3. Oktober gehen Menschen in Berlin und Stuttgart für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Am 4.10. soll es zudem weitere Aktionen der Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht in Berlin geben.

Das Wochenende vom 2. bis 4. Oktober wird von verschiedenen friedenspolitischen Aktionen geprägt sein und die Gelegenheit bieten, sich gegen Aufrüstung und Militarisierung und für Frieden und Abrüstung zu engagieren!

Gemeinsam zeigen wir: Der Einsatz für Frieden ist dringend notwendig und betrifft uns alle – von den Schulbänken bis ins hohe Alter!

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. pol. Geschäftsführer):
kiesel@dfgvk.de
01578/3452092

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Anti-Militarisierung, Bundeswehr abschaffen, Kriegsdienstverweigerung, Militaristische Traditionspflege, Pazifismus und Antimilitarismus, Rekrutierung der Bundeswehr, Schulfrei für die Bundeswehr, Umrüstung der Bundeswehr, Waffen & Rüstung Stichworte: 2.10., Berlin, Demonstration, Kriegsdienstverweigerung, Schulstreik, Wehrpflicht

20.08.2026

Friedensdemonstrationen am 3.10. in Berlin und Stuttgart

Nein zu Krieg, Aufrüstung und Kriegsdienstzwang – für Frieden, Abrüstung und Menschenrechte!

Am 3. Oktober 2026 gehen in Berlin und Stuttgart Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Die DFG-VK teilt viele der Forderungen, die Menschen an diesem Tag auf die Straße bringen. Zugleich haben wir den zentralen Aufruf zu den Demonstrationen nicht unterzeichnet. Der Entstehungsprozess mit einer äußerst kurzen Frist für Änderungen und die fehlende Berücksichtigung wichtiger Kritikpunkte haben uns zu dieser Entscheidung bewogen.

Wir wollen dennoch deutlich machen, wofür wir am 3. Oktober stehen und wofür wir gemeinsam mit vielen Menschen innerhalb und außerhalb der Friedensbewegung eintreten.

Für Frieden, gegen die Logik des Krieges

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine dauert seit mehr als vier Jahren an. Er hat unzählige Menschen das Leben gekostet, Millionen zur Flucht gezwungen und weite Teile des Landes zerstört. Die Verantwortung Russlands für diesen Angriffskrieg muss klar benannt werden.

Gleichzeitig sehen wir mit Sorge, dass die Antwort der Bundesregierung und anderer NATO-Staaten immer stärker in militärischer Aufrüstung, Abschreckung und der Vorbereitung auf einen möglichen Krieg besteht. Die Gefahr einer weiteren Eskalation bis hin zu einer direkten militärischen Konfrontation zwischen NATO und Russland darf nicht ausgeblendet werden.

Wir wenden uns gegen die Vorstellung, Frieden könne durch immer mehr Waffen und immer höhere Militärausgaben geschaffen werden. Sicherheit kann dauerhaft nur gemeinsam entstehen. Wir brauchen neue Initiativen für Diplomatie, Rüstungskontrolle und Abrüstung sowie eine europäische Friedensordnung, die die Sicherheitsinteressen aller Menschen berücksichtigt.

Völkerrecht und Menschenrechte sind dabei universell. Sie gelten in der Ukraine genauso wie in Russland, Gaza, Israel, dem Iran oder an jedem anderen Ort. Völkerrechtsverletzungen müssen unabhängig davon kritisiert werden, welcher Staat oder welches Bündnis für sie verantwortlich ist. Glaubwürdige Friedenspolitik darf dabei keine Doppelstandards kennen.

Milliarden für das Militär – Geld fehlt an anderer Stelle

Deutschland befindet sich auf einem beispiellosen Hochrüstungskurs. Die Militärausgaben sollen in den kommenden Jahren massiv steigen. Gleichzeitig fehlt Geld für soziale Infrastruktur, Bildung, Pflege, Klimaschutz, Kultur und die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen. Auch Flächen für dringend benötigten Wohnraum werden durch neue militärische Infrastruktur verknappt – das erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt und erschwert damit auch eine wirksame Begrenzung der Mieten.

Statt immer größere Teile gesellschaftlicher Ressourcen in Aufrüstung und militärische Strukturen zu investieren, brauchen wir Investitionen in die sozialen und ökologischen Grundlagen unserer Gesellschaft. Frieden entsteht nicht allein durch die Abwesenheit von Krieg. Soziale Sicherheit, demokratische Teilhabe, internationale Zusammenarbeit und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind wesentliche Voraussetzungen einer friedlichen Gesellschaft.

Nein zur Wehrpflicht und zu Zwangsdiensten

Besonders entschieden wenden wir uns gegen die schrittweise Rückkehr zur Wehrpflicht, also zum Kriegsdienstzwang.

Junge Menschen dürfen nicht zum Instrument einer Politik der „Kriegstüchtigkeit“ gemacht werden. Sie müssen selbst entscheiden können, wie sie leben und welchen Beitrag sie für die Gesellschaft leisten wollen.

Deshalb informieren und beraten wir als DFG-VK Menschen über ihr Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung. Wir unterstützen insbesondere junge Menschen dabei, sich mit Kriegsdienst, Militarisierung und ihren eigenen Rechten auseinanderzusetzen. Das Recht, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern, muss uneingeschränkt geschützt werden.

Statt junge Menschen zu verpflichten, müssen freiwilliges Engagement und bestehende Freiwilligendienste endlich ausreichend finanziert und ausgebaut werden. Wer sich freiwillig in sozialen Einrichtungen, im Umwelt- und Naturschutz, im Sport, in der Kultur, im Katastrophenschutz oder in anderen gesellschaftlichen Bereichen engagieren möchte, braucht dafür gute Bedingungen und gesellschaftliche Anerkennung.

Eine solidarische Gesellschaft entsteht durch freiwilliges Engagement und demokratische Beteiligung – nicht durch staatlichen Zwang.

Schutz für diejenigen, die sich dem Krieg verweigern

Unser Einsatz für Kriegsdienstverweigerung endet nicht an den deutschen Grenzen.

Überall auf der Welt entziehen sich Menschen Krieg und Militär. Sie verweigern den Dienst an der Waffe, desertieren oder fliehen, weil sie nicht töten und nicht getötet werden wollen. Viele von ihnen riskieren dafür Gefängnis, Verfolgung oder andere schwere Repressionen.

Wir fordern Schutz und Asyl für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure aus Russland, Belarus, der Ukraine und allen anderen Ländern. Wer sich dem Töten entzieht, braucht unsere Unterstützung und darf nicht zur Teilnahme an einem Krieg gezwungen werden.

Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht.

Abrüstung statt neuer Aufrüstungsspiralen

Wir wollen die Spirale aus Bedrohungswahrnehmung, Aufrüstung und neuer Gegenaufrüstung durchbrechen

Dazu gehören die Wiederaufnahme ernsthafter internationaler Abrüstungs- und Rüstungskontrollverhandlungen, der Verzicht auf neue Mittelstreckenwaffen in Deutschland und Europa sowie der Abzug der in Deutschland stationierten US-Atomwaffen. Deutschland muss endlich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten. Nur Abrüstung schafft Sicherheit.

Statt immer neue Milliarden in militärische Fähigkeiten zu investieren, muss Deutschland eine Politik der gemeinsamen Sicherheit, der Diplomatie und der zivilen Konfliktbearbeitung vorantreiben.

Friedenspolitik ist demokratisch und antifaschistisch

Für uns gehört zu einer glaubwürdigen Friedensbewegung auch eine eindeutige demokratische Haltung.

Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit haben in der Friedensbewegung keinen Platz. Eine Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften lehnen wir ab.

Wer wissenschaftliche Erkenntnisse leugnet und sie durch Verschwörungsmythen ersetzt, wer Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder anderer menschenfeindlicher Zuschreibungen ausgrenzt, wer den „Großen Austausch“ beschwört, wer demokratische Rechte infrage stellt oder Nationalismus und autoritäre Politik propagiert, ist kein Partner für eine emanzipatorische Friedenspolitik.

Frieden und Demokratie gehören zusammen. Unser Widerstand gegen Militarisierung darf deshalb niemals dazu führen, autoritäre Regierungen, Nationalismus oder Menschenrechtsverletzungen anderswo zu relativieren.

Dafür gehen wir auf die Straße

Wir treten ein für eine Friedenspolitik, die nicht mit zweierlei Maß misst. Eine Friedenspolitik, die den russischen Angriffskrieg ebenso klar verurteilt wie Völkerrechtsverletzungen durch westliche Staaten und ihre Verbündeten. Eine Friedenspolitik, die nicht auf immer größere Armeen und Waffenarsenale setzt, sondern auf Abrüstung, Diplomatie und gemeinsame Sicherheit.

Am 3. Oktober gehen Menschen in Berlin und Stuttgart für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Auch wenn die DFG-VK den zentralen Aufruf in seiner vorliegenden Form nicht mitträgt, teilen wir das Anliegen vieler Menschen, die an diesem Tag gegen Aufrüstung, Wehrpflicht und Krieg demonstrieren.

Wir wollen eine starke, vielfältige und demokratische Friedensbewegung, die sich weder mit Krieg noch mit der Vorbereitung auf den nächsten Krieg abfindet.

Für Abrüstung statt Aufrüstung. Für Kriegsdienstverweigerung statt Wehrpflicht und Kriegsdienstzwang. Für Menschenrechte und Demokratie. Für eine Welt ohne Krieg und Militär.

Das Wochenende vom 2. bis 4. Oktober wird von verschiedenen friedenspolitischen Aktionen geprägt sein und die Gelegenheit bieten, sich gegen Aufrüstung und Militarisierung und für Frieden und Abrüstung zu engagieren.

HINWEIS: Auch am 2. Oktober gehen Menschen in Berlinbei einer Großkundgebung auf die Straße. Am 4.10. soll es zudem weitere Aktionen der Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht in Berlin geben.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. pol. Geschäftsführer):
kiesel@dfgvk.de
01578/3452092

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Allgemein, Anti-Militarisierung, Waffen & Rüstung Stichworte: 3.10., Berlin, Demonstration, Stuttgart

12.08.2026

15.000 Menschen wehren sich gegen die Aufrüstung

Der Abrüstungsappell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ hat mittlerweile mehr als 15.000 Unterstützer*innen erreicht. Das vermelden die initiierenden Organisationen des Appells. Gleichzeitig rufen die Friedensorganisationen dazu auf, jetzt noch einmal verstärkt für den Appell zu werben, um ein wirkmächtiges Zeichen gegen den Aufrüstungskurs der Bundesregierung zu senden.

Bis 2030 sollen die Militärausgaben auf 183 Milliarden Euro ansteigen. Das würde bedeuten: Jeder dritte Euro aus dem Bundeshaushalt fließt dann in ins Militär – und es findet noch nicht einmal eine öffentliche Debatte darüber statt. Mit dem Abrüstungsappell wollen wir den gesellschaftlichen Aufrüstungskonsens durchbrechen. Deshalb ist es so wichtig, jetzt zu unterzeichnen.

Hier online unterzeichnen!

Hier können Unterschriftenlisten angefordert werden!

Proteste im Herbst nutzen!

Die beteiligten Friedensorganisationen rufen dazu auf, die bevorstehenden Aktionen der Friedensbewegung, aber auch gewerkschaftliche Sozialproteste zu unterstützen und dort Unterschriften für den Appell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ zu sammeln. Gute Anlässe dazu können u.a. sein:

  • 1. September: Antikriegstag
  • 26. September: Gewerkschaftlicher Aktionstag „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“
  • 2. Oktober: Kundgebung „Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“ in Berlin
  • 3. Oktober: Friedensdemos in Berlin und Stuttgart

Infos zur Unterschriftensammlung
Die Sammlung von Unterschriften für den Abrüstungsappell läuft noch bis in den Herbst 2026. Unterschrieben werden kann der Appell auf den Webseiten der Organisationen und auf Unterschriftenlisten. Auch Unterschriftenlisten, die nach dem ursprünglichen Rücksendedatum (15. September) eingesendet werden, werden gezählt. Da es die politischen Umstände erfordern, wird die Unterschriftensammlung auch nach dem 15. September fortgesetzt – eine Zwischenübergabe im Herbst ist in Planung.

Der Abrüstungsappell fordert von der Bundesregierung:

  • Einen Stopp der maßlosen Ausgaben für immer mehr Aufrüstung. Nötig sind mehr Investitionen, die unser aller Leben verbessern – zum Beispiel in Gesundheit, Bildung, Soziales und Klimaschutz.
  • Keine Belastung und Einschränkung nachfolgender Generationen durch unbegrenzte Neuverschuldung für Militär und Kriegs-Infrastruktur, durch eine Wehrpflicht oder die Vernachlässigung der Klimakatastrophe.
  • Einen entschlossenen diplomatischen Einsatz für ein Ende des russischen Angriffskrieges, nachhaltigen Frieden für die Ukraine und eine neue europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur.
  • Ein glaubwürdiges Eintreten für Völkerrecht, nukleare und konventionelle Rüstungskontrolle sowie eine Stärkung von Ziviler Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit. Dauerhafte Sicherheit kann nur eine Weltordnung garantieren, in der nicht das Recht des Stärkeren gilt. 

Der Abrüstungsappell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ wird getragen von: DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung leben, pax christi, Bund für Soziale Verteidigung (BSV), Naturfreunde Deutschlands.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
+491578/3452092

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Anti-Militarisierung, Kriegssteuern verweigern, Waffen & Rüstung Stichworte: Abrüstung, Aufrüstung, Nichtmitmir, Spenden, Unterschriften

06.08.2026

81 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki – Bundesweite Gedenkaktionen erinnern an die Opfer von Atomwaffen

Berlin, 6. August 2026 – Rund um den 6. und 9. August erinnern bundesweit zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Mahnwachen und Aktionen an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. 81 Jahre nach den Atomwaffeneinsätzen fordern Friedensorganisationen erneut konkrete Schritte hin zu einer Welt ohne Atomwaffen.

In Berlin lädt ICAN Deutschland am 09. August 2026 von 17 bis 18 Uhr zu einer Mahnwache am Brandenburger Tor ein. Gemeinsam wird der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht und an die anhaltenden humanitären Folgen von Atomwaffen erinnert. Gleichzeitig appelliert die Mahnwache an die Bundesregierung, dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten und sich aktiv für nukleare Abrüstung einzusetzen.

Am 6. August 1945 zerstörte eine US-amerikanische Atombombe die japanische Stadt Hiroshima. Im Wissen um die unermessliche Zerstörung befahl der damalige US-Präsident Truman drei Tage später auch die Bombardierung der Stadt Nagasaki. Mehr als 210.000 Menschen starben bis Ende 1945 an den unmittelbaren Folgen der Explosionen sowie an Verletzungen und Strahlenkrankheit. Bis heute leiden Überlebende und ihre Familien unter den gesundheitlichen und sozialen Folgen. 81 Jahre später bleibt ihre Botschaft unmissverständlich: Atomwaffen verursachen unermessliches menschliches Leid und dürfen niemals wieder eingesetzt werden.

„Hiroshima und Nagasaki sind keine historischen Randnotizen, sondern eine Mahnung für die Gegenwart. Angesichts wachsender atomarer Spannungen braucht es mehr denn je den politischen Willen, Atomwaffen endgültig abzuschaffen“, erklärt Marian Losse, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. „Gerade weil tausende Atomwaffen weltweit einsatzbereit sind und nukleare Drohungen erneut zunehmen, ist nukleare Abrüstung keine ferne Vision, sondern eine dringende sicherheitspolitische und humanitäre Notwendigkeit.”

Bundesweit finden Gedenkveranstaltungen statt:
Eine Übersicht über Veranstaltungen in ganz Deutschland bietet der Terminkalender der Netzwerk Friedenskooperative.

Die DFG-VK ist Partnerorganisation von ICAN. Mehr Informationen bei ICAN Deutschland: https://www.icanw.de/

Pressekontakt: presse@ican.berlin | Telefon: +49 157 345 30170

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Referent/Bundessprecher): pletsch@dfg-vk.de

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Atomwaffen abschaffen, Pazifismus und Antimilitarismus, Pressemitteilung, Waffen & Rüstung Stichworte: Atomwaffen, Atomwaffen abschaffen, ICAN, Nuklearwaffen

31.07.2026

Kampagne Killer Roboter stoppen zu Gast beim Netzpolitischen Abend

Am 7. Juli 2026 war die deutsche Sektion der internationalen Campaign to Stop Killer Robots auf dem 158. Netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft in Berlin zu Gast. In der gut besuchten c-base gab es drei Vorträge zum Thema Autonome Waffensysteme samt Fragen und Diskussion im Anschluss.

Wer nicht selbst dabei sein konnte, findet auf der Website der Digitalen Gesellschaft die Aufzeichnungen des Abends.

Die Links zu den einzelnen Vorträgen gibts auch hier:

1: Was sind Autonome Waffensysteme — und warum sind sie problematisch? (Marius Pletsch) 
Wir beleuchten die ethischen, rechtlichen und humanitären Probleme.

Marius Pletsch arbeitet als Referent bei der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Mitglied im BundessprecherInnenkreis und sitzt im Beirat der Informationsstelle Militarisierung e.V. Seit 2015 beschäftigt er sich mit unbemenschten Systemen im Militär und vertritt die DFG-VK seit 2019 in der internationalen Campaign to Stop Killer Robots.

2: Warum gibt es noch keine Regulierung und warum setzen sich insbesondere Staaten des Globalen Südens für Verhandlungen ein? Und was kann ich selbst tun? (Jennifer Menninger)
Wir blicken auf den aktuellen Stand der internationalen Bemühungen und die Position Deutschlands. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, um sich selbst für ein Verbot von autonomen Waffen zu engagieren.

Jennifer Menninger ist freiberufliche Referentin für Friedens- und  Sicherheitspolitik und arbeitet bei der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung in Berlin. Zuvor war sie Geschäftsführerin von WILPF (Women’s International League for Peace and Freedom)  Deutschland. Sie beschäftigt sich mit feministischen Perspektiven im  Bereich Abrüstung, Frieden und Digitalisierung.

3: Mehr als „Killerroboter“ — Was ist Militärische KI? (Lena Rohrbach) 
Wir zeigen auf, welche Rolle KI außerhalb von klassischen AWS spielt, illustrieren dies an Beispielen wie Gaza und Iran und erörtern, welche Regulierungsforderungen darüber hinaus nötig sind.

Lena Rohrbach ist Referentin für Menschenrechte im digitalen Zeitalter und Rüstungsexportkontrolle bei Amnesty International. Sie hat als Campaignerin für Campact und im Journalismus gearbeitet und war Sprecherin der Piratenpartei. Lena hat Philosophie, Kulturwissenschaft und Geschichte in Berlin und International Human Rights Law an der University of Nottingham studiert.

Publikumsfragen mit Marius Pletsch, Jennifer Menninger und Lena Rohrbach.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Marius Pletsch (Referent/Bundessprecher): pletsch@dfg-vk.de

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Allgemein, Pazifismus und Antimilitarismus, Waffen & Rüstung Stichworte: autonome Waffensysteme, Campaign to Stop Killer Robots, Killer Roboter, Vortrag

26.06.2026

DFG-VK unterstützt gemeinsame Erklärung zur künstlichen Intelligenz in der Kriegsführung

Die DFG-VK unterstützt das von AccessNow veröffentlichte und von mehr als 300 Organisationen und Einzelpersonen unterstützte gemeinsame Statement, was eindringlich vor den Folgen der Nutzung von sogenannter Künstlichen Intelligenz in der Kriegsführung warnt.

Die unterstützenden Organisationen und Personen stellen die folgenden Forderungen:

Technologieunternehmen sollen:

  • davon Abstand nehmen, Verträge mit militärischen Stellen oder bewaffneten Gruppen abzuschließen oder zu erfüllen, die mutmaßliche Verstöße gegen das Völkerrecht begehen, einschließlich Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten;
  • davon Abstand nehmen, KI-Entscheidungsunterstützungssysteme für militärische „Kill Chains“ und die gezielte Bekämpfung von Personen zu verkaufen, zu übertragen, zu warten oder zu exportieren, einschließlich Systemen zur Zielgenerierung und biometrischer Fernüberwachung; und
  • vom Verkauf oder Export von KI-Entscheidungsunterstützungssystemen für nicht-tödliche Zwecke, einschließlich multimodaler KI-Modelle wie LLMs, für den Einsatz in militärischen Entscheidungsprozessen abzusehen, bis eine echte Rechenschaftspflicht, sinnvolle menschliche Kontrolle, Aufsicht und Transparenz im Einklang mit den Grundsätzen des humanitären Völkerrechts und der internationalen Menschenrechtsnormen gewährleistet sind.

Die Staaten sollen:

  • den Einsatz von KI-Tools, einschließlich großer Sprachmodelle, bei der militärischen Zielauswahl einstellen und die Einhaltung der Grundsätze des humanitären Völkerrechts und der internationalen Menschenrechtsnormen sicherstellen; und
  • Transparenz darüber schaffen, wie KI derzeit bei der Durchführung von Feindseligkeiten eingesetzt wird.

Der gesamte Text und die Unterstützer*innen sind hier zu finden: https://www.accessnow.org/press-release/joint-statement-on-ai-in-warfare/

Hier ist das gemeinsame Statement in der deutschen Übersetzung (durch DeepL):

Wir, die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen, sind zutiefst besorgt über die rasante Militarisierung von Technologien der künstlichen Intelligenz (KI). In militärische „Kill Chains“ eingebettete KI-Systeme beschleunigen das Tempo und das Ausmaß militärischer Angriffe in einer Weise, die erhebliche neue Risiken für die Rechenschaftspflicht in Konflikten mit sich bringt und die Gefahr birgt, Verstöße gegen das Völkerstrafrecht, die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht zu begünstigen.

Wir fordern daher Technologieunternehmen und Staaten auf, die Bereitstellung von KI-Systemen für den Einsatz in militärischen „Kill Chains“ einzustellen und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass andere von ihnen bereitgestellte KI-Systeme keine Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht (IHL) und die internationalen Menschenrechtsnormen (IHRL) verursachen oder dazu beitragen. Dazu gehört der Einsatz von KI-Entscheidungsunterstützungssystemen, einschließlich Zielgenerierungssystemen, biometrischer Fernüberwachung und multimodaler KI-Modelle, darunter auch große Sprachmodelle (LLMs). KI-beschleunigte Kriegsführung entwickelt sich rasch zu einem Mittel, das das Töten in großem Umfang und mit hoher Geschwindigkeit automatisiert, und derzeit gibt es keine technischen oder verfahrenstechnischen Lösungen, die die tödlichen und verheerenden Folgen, die sich aus den grundlegenden Herausforderungen für das Völkerrecht ergeben, wirksam verhindern können.

Alle Unternehmen, einschließlich derer, die entlang der gesamten KI-Lieferkette Verträge mit staatlichen Militärbehörden abschließen – von der Lizenzierung und dem Training von „Frontier“-Modellen bis hin zur Bereitstellung von Funktionen zur Datenverarbeitung und -speicherung –, müssen alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen keine Menschenrechtsverletzungen und internationalen Verbrechen verursachen, dazu beitragen oder direkt damit in Verbindung stehen. In bewaffneten Konflikten erstreckt sich diese Verantwortung auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und des internationalen Strafrechts, da in solchen Kontexten ein erhöhtes Risiko besteht, grobe Menschenrechtsverletzungen – einschließlich schwerwiegender Verstöße gegen das Völkerrecht – zu begünstigen. Wenn Unternehmen solche Risiken nicht sinnvoll verhindern oder mindern können, dürfen sie solche Verträge weder abschließen noch erfüllen.

KI-gestützte Datenspeicher- und Analysesysteme, die in der „Kill Chain“ eingesetzt werden, darunter das große Sprachmodell „Claude“ von Anthropic und das „Maven Smart System“, spielen laut einer Untersuchung von NBC eine Rolle bei der Unterstützung von Angriffen der USA und Israels auf den Iran. OpenAI hat kürzlich zugestimmt, KI-Dienstleistungen für das US-Verteidigungsministerium (DoD) bereitzustellen; Google hat, ebenso wie Anthropic, einen Vertrag mit dem DoD abgeschlossen, um „Prototypen für bahnbrechende KI-Fähigkeiten zu entwickeln, mit denen kritische Herausforderungen der nationalen Sicherheit in den Bereichen Kriegsführung und Unternehmensinfrastruktur bewältigt werden können“; Microsoft, Google und Amazon stellen dem DoD seit Jahren Datenspeicher-, Verarbeitungs- und andere Unternehmensinfrastrukturdienste für dessen „Kriegsführungs“-Programme zur Verfügung.

Medienberichten und offiziellen Erklärungen des DoD zufolge hat die schnelle Generierung von Zielen durch KI-Tools die Steigerung von Geschwindigkeit, Umfang, Intensität und Zerstörungskraft der US-Angriffe auf den Iran ermöglicht. Innerhalb der ersten 48 Stunden nach Beginn der Angriffe sollen Israel und die USA fast 2.000 Ziele im Iran getroffen haben. Während über die genaue Rolle, die KI-Systeme bei diesen militärischen Angriffen auf den Iran spielen, noch vieles unklar ist, hatten die Angriffe verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur.

Der Einsatz von KI-Zielerfassungssystemen in dieser Kampagne folgt dem Beispiel der israelischen Regierung, die Datenanalyse- und maschinelle Lernwerkzeuge – gestützt auf Massenüberwachung – bei ihren völkermordähnlichen Angriffen auf den Gazastreifen als Waffen einsetzt. Indem Israel die menschliche Verantwortung für Entscheidungen über Leben und Tod verwässert, könnte der Einsatz von Systemen wie „Lavender“, „Gospel“ und „Where’s Daddy“ dazu beitragen, internationale Verbrechen hinter einer Fassade vermeintlicher algorithmischer Objektivität zu verschleiern und gleichzeitig die Rechenschaftspflicht zu verwischen.

Nicht zum ersten Mal erleben wir, wie Palästina als Versuchslabor für experimentelle und entmenschlichende Kriegsführungsmethoden missbraucht wird, unter anderem durch technologische Partnerschaften von Unternehmen mit israelischen Militärbehörden. Microsoft, Google, Palantir und andere Technologieunternehmen haben möglicherweise dazu beigetragen oder es der israelischen Regierung ermöglicht, auf Systeme zur Speicherung, Verarbeitung und Analyse von Massendaten zuzugreifen, die ihre anhaltende Zerstörung und den Völkermord im Gazastreifen unterstützen, was bislang zum Tod von mindestens 72.000 Palästinensern geführt hat.

Rechtswissenschaftler und -praktiker, technische Experten, Tech-Mitarbeiter, UN-Sonderberichterstatter und investigative Journalisten warnen seit langem vor der Entwicklung und dem Einsatz von KI in der Kriegsführung, da das Risiko internationaler Verbrechen dadurch erhöht wird. Trotz der Behauptungen ihrer Befürworter, dass KI-Tools die Kriegsführung effektiver, präziser oder humaner machen, deuten reale Einsätze darauf hin, dass KI tatsächlich gewalttätigere, entmenschlichende und zerstörerische Kriegsführungsmethoden begünstigt.

Insbesondere sind wir zutiefst besorgt darüber, dass der Einsatz von LLMs zur Zielgenerierung und -priorisierung militärische Akteure in eine Form der Kriegsführung drängt, in der grundlegende Prinzipien des humanitären Völkerrechts – darunter die Grundsätze der Unterscheidung, der Verhältnismäßigkeit und der Vorsichtsmaßnahmen – angesichts der schieren Geschwindigkeit und des Ausmaßes solcher Technologien sowie der unzuverlässigen, voreingenommenen und oft illegal beschafften Eingabedaten nicht ausreichend beachtet werden und wohl auch nicht ausreichend beachtet werden können. Darüber hinaus vertreten wir die Auffassung, dass diese Dynamiken das Risiko bergen, Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu begünstigen. Zudem gefährdet die mit dem Einsatz dieser Werkzeuge einhergehende Undurchsichtigkeit grundlegend die Möglichkeit, im Falle von Fehlern moralische oder rechtliche Verantwortung zuzuweisen. Wie Anthropic selbst erklärt hat: „…heute sind wegweisende KI-Systeme einfach nicht zuverlässig genug, um vollautonome Waffen anzutreiben. Wir werden nicht wissentlich ein Produkt bereitstellen, das Amerikas Soldaten und Zivilisten gefährdet.“ Akteure, die sich für den Einsatz von KI-Systemen entscheiden, die zur Begehung internationaler Verbrechen genutzt werden, müssen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Unsere Bedenken beschränken sich nicht auf die Fehler, die durch Fehlfunktionen solcher Systeme entstehen können, sondern umfassen auch die Art und Weise, wie diese Systeme militärische Operationen grundlegend verändern. Wir lehnen daher die Prämisse ab, dass derzeit technische oder funktionale Korrekturen – sei es ein angebliches „Human-in-the-Loop“-Verfahren oder vermeintlich fest programmierte Sicherheitsvorkehrungen in KI-Modellen – die tödlichen und verheerenden Folgen von KI-beschleunigten Tötungsketten verhindern können. Diese Vorschläge ermöglichen die Normalisierung und Verbreitung der Einbindung von KI in militärische Entscheidungsprozesse zum Nachteil schutzbedürftiger Gemeinschaften und Bevölkerungsgruppen. Derzeit sind eine sinnvolle menschliche Kontrolle, echte Rechenschaftspflicht, Aufsicht und Transparenz dieser Technologien in ihrer gegenwärtigen Form nicht möglich.

Selbst wenn KI-Systeme, die zur Zielerfassung eingesetzt werden, nicht die endgültige Entscheidung zum Töten treffen, laufen sie Gefahr, zu reinen Absegnungsmechanismen für Tötungen in großem Maßstab zu werden, da sie falsche Vorstellungen von Objektivität wecken und Rechenschaftspflicht sowie Sorgfaltspflicht verdrängen können, was letztendlich dazu dienen kann, Massentötungen zu beschleunigen und zu rationalisieren. Die Kombination solcher Systeme mit noch „reibungsloseren“ Techniken der Überwachung, Zielerfassung und Befehlsführung – beispielsweise in Form großer KI-Modelle wie LLMs – automatisiert die Entmenschlichung, indem Fragen von Leben und Tod auf eine einfache Chat-Abfrage reduziert werden. Die Entscheidung, einen anderen Menschen zu töten, hat schwerwiegende moralische und rechtliche Tragweite und darf niemals darauf reduziert werden, die Empfehlungen von KI-Systemen lediglich anzunehmen oder abzulehnen. Wenn Streitkräfte sich auf KI verlassen, um die Zielidentifizierung mit einer solchen Geschwindigkeit und Routinierung zu beschleunigen, dass jede menschliche Überprüfung Gefahr läuft, zu einem bloßen Absegnungsmechanismus ohne sinnvolle menschliche Kontrolle zu werden, kann und wird es häufig zu Massenmorden kommen – unter direkter Verletzung des Vorsorgeprinzips nach dem humanitären Völkerrecht.

Unternehmen tragen die Verantwortung, die Menschenrechte zu achten und davon abzusehen, Menschenrechtsverletzungen und andere Verstöße gegen das Völkerrecht zu verursachen oder dazu beizutragen, einschließlich der materiellen oder finanziellen Unterstützung von Staaten, die internationale Verbrechen begehen. Wie in den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte dargelegt, müssen Unternehmen, die sich an solchen Handlungen beteiligen, ihren Beitrag zu den Schäden unverzüglich einstellen. Selbst wenn ein Unternehmen keinen Schaden verursacht oder dazu beiträgt, sondern lediglich damit in Verbindung steht, wird von ihm erwartet, dass es seinen Einfluss nutzt, um ein Ende dieser Verstöße herbeizuführen.

Sobald Unternehmen Militärverträge abgeschlossen haben, verfügen sie möglicherweise nur noch über begrenzten Einfluss darauf, wie ihre Produkte und Dienstleistungen genutzt werden. Dies zeigt sich am Konflikt zwischen Anthropic und der US-Regierung sowie an Berichten, wonach Google und Amazon die Anwendbarkeit ihrer Nutzungsbedingungen in Verträgen mit der israelischen Regierung ausgesetzt haben. Erst am 27. April 2026 unterzeichneten mehr als 560 Google-Mitarbeiter einen offenen Brief an den CEO von Google, in dem sie das Unternehmen dringend aufforderten, der US-Regierung die Nutzung seiner KI-Technologie bei geheimen Militäroperationen zu verweigern.

Technologieunternehmen und ihre Führungskräfte sollten ihre potenzielle Mitschuld in Fällen, in denen ihre Technologien bei Verstößen gegen das Völkerrecht eine Rolle spielen, ernst nehmen, bevor sie diese lukrativen Verteidigungsverträge abschließen, und davon Abstand nehmen, wenn sie eine solche Einschätzung nicht vornehmen können. Darüber hinaus müssen sie auch die Rolle verstehen, die sie bei der Neugestaltung des normativen Rahmens für den Einsatz von KI in Konflikten spielen müssen.

Kategorie: Abrüstung und Konversion, Allgemein, Waffen & Rüstung Stichworte: AI in the military domain, autonome Waffensysteme, Killer Roboter, Künstliche Intelligenz

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